Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1912)
- Article
- Berlin
- Date
- 1912-01-01
- Page
- 37 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- address
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2316602-2316817-2316818--22279-2345679- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Korrespondenzen. beitragen werden. So ist uns' mitgeteilt worden, daß Damenschneider nach gehöriger Vorbereitung bei guten Meistern und nach Erwerbung von Sprachkenntnissen frühzeitig gute Anstellung ftubeu. lim aber bei guten Meistern vorbereitet zu werden, und etwas Besseres zu lernen, mich in der Lehrzeit auf Gehalt verzichtet, ja sogar Lehrgeld gezahlt werden. Die jungen Leute bei armen Meistern als Lehrlinge anzustellen, hat keinen Zweck, weil sie dort mehr als Dienstboten wie als Lehrlinge Verwendung finden. Ein Zuschneider für Damen-Kleidungsftücke soll es zu einem ziemlich hohen Einkommen bringen können. — Unter unseren Glaubensgenossen in Bayern scheinen die Ansichten, über das Handwerk günstiger zu liegen als in Berlin, denn dort sollen in allen Bernsen jüdische Handwerker vertreten sein. -- In der Pos am e n t e n - und K u r z w a r e n b r a n ch e sollen sehr gute Chancen für jüdische kaufmännische Lehrlinge bestehen; eine große Berliner Posamenten- und Knrzwarensirma hat seit Jahren trotz guter Bezahlung und großer Chancen keine jüdischen Lehrlinge mit Linjährigen-Zeugnis erhalten können. Eventl. sind wir zur näheren Auskunft über diese Firma bereit. — Betreffs Anste llung in der Reichsb a n k ergeben die uns zugegangenen Mitteilungen die vollständige Unrichtigkeit der Annahme, dach bei der Reichsbank keine Juden Anstellung gesunden haben oder finden. So ist uns bekannt geworden, dach in einer großen. Provinzialftadt ein Jude seit mindestens 25 Jahren als Reichsbank-Buchhalter angestellt ist. Daß. an anderen Stellen, wo früher Juden angestellt waren, sich seit langen Jahren kein Jude wieder um eine Anstellung beworben hat, und daß. mitunter aus eine Bewerbung die Antwort erfolgt, es sei z. Z. keine Vakanz vorhanden, beweist keinesfalls, daß Juden bei der Reichsbank nicht angestellt werden. * — Bei den diesjährigen akademischen Lesehallenwahlen in Berlin hat die „jüdische Partei" nur einen Kandidaten aufgebracht. * ch Duieseu, 18. Dezember, lieber eine in Friedederg am 10. Dezember abgehaltene Versammlung des Antisemiten Bruhn hat die „Driesener Zeitung" berichtet, daß der nationalliberale I)r. Dinckmann, als er ba§ Wort ergriff, wörtlich und tätlich in gröblichster Weise angegriffen wurde, ohne daß der Vorsitzende, K a ntorKr u s ch r aus Driesen, ober Herr B r u h n es nötig fauben, den Redner in Schutz zu nehmen. Ein Kon-