Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1912)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1912-01-01
- Page
- 32 (sequence 4)
- Language
- German
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32 Im deutschen Reich. aus dem von Beamten geleiteten Ostmarkenverein und .Kriegerverein erklärt, weil fast alle Beamten bei den Stadtverordneten - Wahlen für die jüdischen Kandidaten eintraten, wodurch zwei deutsch-nationale Kandidaten eine Riederlage erlitten. Wenn die Organe der Regierung bei den Reichstagswahlen sich nur der Anterftützuna antisemitischer Kanhibainxen enthalten, wird dies genügen, um der Volksvertretung Elemente fernzuhalten, die weder Stützen von Thron und Altar sind, noch dem Parlament zur Ehre gereichen. Daran ändert das in dem Wahlprogramm der ,,Deutschen Reformpartei" enthaltene Gelöbnis, ,,Fortzuarbeiten an der Verstärkung unserer nationalen Rüstung", nicht das geringste; denn die fortgesetzten antisemitischen Proteste gegen die Friedenspolitik der Reichsregierung können auch dem inneren Frieden Deutschlands nicht förderlich sein. Wenn die Wähler diesem Schüren der Anzusriedenheit und Verbreiten des Rassen- und Religionshasses ein Ende machen, werden sie die nationale Rüstung am erfolgreichsten verstärken. Fürst und Volk haben allen Grund, die Unruhstifter dort zu suchen, wo sie stehen, im Lager der antisemitischen Anarchisten, die selbst einen Weltkrieg entzünden möchten, um ihre glücklicherweise im Riedergang befindliche Parteisache wieder hochzubringen. Für sie ist die nationale Rüstung ein Schlagwort von derselben Bedeutung, wie es ihr angebliches. Eintreten für Thron und Altar war. Dieselben Knappen, die sich gegen die goldene, die rote und die schwarze Internationale waffnen, sind selbst in Wirklichkeit nichts anderes als die intern a t i o n a I e n Träger des I u d e n h a sses und einer systematischen Anterwühlung der jetzigen Staats- und Gesellschastsordnung. Der internationale Zug der antisemitischen Bewegung trat an einem Rovemberabend, der als „O st m a r k e n - A ö e n d" bezeichnet wurde, in Berlin besonders deutlich hervor. Zu einem solchen Abend hatte der „Iungdeutsche Bund" die Gesinnungsfreunde vom Deutschen Turnerbund, Deutschnationalen tzandlungsgehilsen- Verband und von anderen das gleiche Ziel erstrebenden Vereinen eingeladen. Den Anlaß dazu hatte die Anwesenheit einiger deutsch-österreichischer Teilnehmer an einer Wallfahrt zum Grabe Bismarcks geboten. In dieser Versammlung sprach der bekannte ostmärkische Vorkämpfer M. I o k s ch a u s I n n s b r u ck über „Das Deutschtum in Europa und seine Feinde", Anknüpfend an die Pressemeldung, daß der katholische Edelmann v. Scho rl e m er- A l st zum künftigen deutschen Reichskanzler ansersehen sei und daß der deutsche Kaiser den Fürsten v. Fürstenb e r g seiner Freundschaft würdige, warnte der österreichische