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Im deutschen Reich · 1912-01-01 · Heft 1 (Januar 1912) · p. 13

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 1 (Januar 1912)
Article
Eine neue Schrift über das Judentum
Date
1912-01-01
Page
13 (sequence 4)
Language
German
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Sine neue Schrift über das Judentum. 13 auf das Lehrbuch der israelitischen Religion von Groß, pit dttfyit des Judentums von Lazarus, die Schriften von S.. £R. Hirsch und H. Ehrmann. Ausführlich bespricht er vor allem jene Lehren und Einrichtungen, die in der neueren Zeit von gegnerischer Seite angegriffen wurden, so die Auffassung des Judentums von den Pflichten der Nächstenliebe, der Redlichkeit, der Wohltätigkeit, des Tierschutzes, der Liebe zum Vaterlande, der Heiligkeit des Eides mit Zurückweisung der Merleumdungen gegen das Kolnidregebet u. a. Seine Darlegungen unterstützt er durch eine Fülle von Zeugnissen aus dem biblischen und talmudischen Schrifttum, wie aus den Erklärungen von Synoden, Rabbinerversammlungen) Religionslehrbüchern der neuesten Zeit. Zu ihnen fügt er vielfach noch sehr interessante Erläuterungen und Parallelen aus Lehrbüchern der katholischen Religion, protestantischen Katechismen und andern christlichen Schriften hinzu. Einen besondern persönlichen Vorzug hat der Verfasser für -seine Auffassung und sein Arteil noch in seinem eigenen tiefen religiösen Gefühl — er ist ein warmherziger Katholik — mirgebracht, das ihn befähigt, auch die religiösen Empfindungen anderer zu verstehen. Außerdem leitet ihn ein geradezu vorbildlicher Gerechtigkeitssinn. Kennzeichnend für ihn sind folgende Worte, mit denen er seine vortreffliche Darstellung vom Talmud schließt: „Ee forte offendas . . „Gewiß! Jedes Werk untersteht der kritischen Beurteilung. Aber jedes ernste, das zur Erkenntnis des Wahren und Guten hinstrebt, hat den Anspruch daraus, ernst und gerecht beurteilt zu werden. Das alte schädliche Agens, das seit Jahrtausenden die Menschen von einer freundlichen Annäherung trennte: das Vorurteil muß abgestreift werden. Dann fällt schon ein Großteil des Hasses und der Anduldsamkeit, weil einer gewichtigen Stutze entbehrend, haltlos in sich zusammen. Das gilt ganz allgemein aus Rassen, Völker, Religionen,- es gilt im speziellen Fall für die Beurteilung der Israeliten und ihrer Bücher, Talmud und Schulchan-Aruch. Nur etwas mehr der begreifenden Liebe und der Achtung fremder Aeberzeugung brauchbs, wenn wir den wahren Sinn erfassen wollen, und es wird der Friede zum Sieger werden über alten Streit und Zank. Das soll jedem Forscher, der ehrlich angeht, zur lebendigen Aeberzeugung werden: ohne Vorurteil und ohne Vorliebe, niemand zuliebe, aber auch niemand zuleide, gerecht zu prüfen, ob seine gefundene Auslegung bestehen kann; und — wenn er sich menschlich irrte, den starken Mut zu haben, daß er einer guten Belehrung durch Pesserwissende sich beuge! Somit, ohne daß auch nur einer seine religiöse Aeberzeugung zu Schaden kommen läßt oder seine Bekenntnisform aufgibt, können wir

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