Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1911)
- Article
- Berlin / A. L.
- Date
- 1911-12-01
- Page
- 686 (sequence 6)
- Language
- German
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686 Im deutschen Reich. des Gehirns und dadurch Bewußtlosigkeit erzeugt werde. Demgemäß ist das Fleisch geschachteter Tiere blutleerer als das der vorher betäubten. Der Vortragende betonte am Schlüsse seines, mit reichem Beifall aufgenommenen Vortrages, daß nicht nur hygienische Gründe, sondern auch ethische Momente bei den Speisegesetzen maßgebend gewesen seien, was sich aus dem Pentateuch deutlichersehen lasse. Hoffentlich werden diese Ausführungen unseres Vereinsmitgliedes dazu dienen, die auf eine Wiedereinführung des Schächtverbotes in Sachsen gerichteten Bemühungen der Antisemiten zu vereiteln. — Die Kommission des D e u t s ch e n H a n d e l s t a g e s, Steuern, Zölle und Außenhandel betreffend, hat sich unter Bezugnahme auf Eingaben der Nettesten der Kaufmannschaft von Berlin an den Reichskanzler vom 3. Februar und 12. Juli d. I. dahin ausgesprochen, daß die Reichsverwaltung gebeten werden soll, zusammen mit den Regierungen der hauptsächlich beteiligen Staaten auf die Aufhebung der in Rußland für jüdische Bürger ausländischer Staaten geltenden besonderen erschwerenden Bestimmungen hinznwirken. — In Anwesenheit von 462 Delegierten aus allen Teilen Deutschlands und von zahlreichen Gästen hat der Verband der Deutschen Juden in den Räumen des Neuen Opernhauses (Kroll) am 5. November d. I. in Berlin seine vierte Hauptversammlung abgehalten. Die Begrüßungsansprache des Vorsitzenden des Verbandes, Justizrat Br. Horwitz, fand ihren Abschluß in einem Hoch auf den Kaiser, an den unmittelbar darauf ein Huldigungstelegramm zur Absendung gelangte. Die darauf erfolgte Antwort lautete: Seine Majestät der Kaiser n n d König lassen der vierte n H a u p t v e r s a m m l u n g des Verbandes deutscher Juden für das Gelöbnis der Treue danken. Der Ge h e i m e K a b i - n e t L s r a t v. V a l e n t i n i. Der an der Spitze einer Abordnung des Berliner Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung erschienene Bürgermeister Dt. Reicke ergriff sodann das Wort, um den Verband namens des Magistrats zu begrüßen und der Tätigkeit des jüdischen Teils der Berliner Bevölkerung in anerkennender Weife zu gedenken. Dabei betonte er, daß seit der ersten