Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1911)
- Article
- Berlin / A. L.
- Date
- 1911-12-01
- Page
- 685 (sequence 5)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 685 der sich gegenwärtig in der Armee wieder sehr bemerkbar macht, berichtet der „Aerztliche Central-Anzeiger": „Laut Ausweis der amtlichen Zahlen fehlten von Sanitätsoffizieren im Jahre 1910 bei der Infanterie 27 Prozent, bei der Feldartillerie 35 Prozent, bei der Kavallerie 21 Prozent. Die Pioniere sollen insgesamt 48 Aerzte haben, von denen aber nur 40 vorhanden sind. Bei den Verkehrstruppen bestehen 5 Vakanzen. Der Gesamtbedarf an Sanitätsoffizieren in der deutschen Armee beträgt insgesamt 1613 Aerzte, vorhanden sind deren aber nur 1174, ein Manko, das einem prozentualen Verhältnisse von 27 Prozent entspricht." In der Vortragshalle der Internationalen Hygiene- Ausstellung in Dresden hat unser V e r e i n s mi t g l i e d, Herr Dr. med. K a llner-Spandau, am Donnerstag, den 26. Oktober über „D i e F l e i f ch h y g i e n e d e r I u d e n" einen Vortrag gehalten, in dem in anschaulicher und formgewandter Weise ausgeführt wurde, welcher große Wert bereits im alten Judentum aus die strikte Durchführung der die Fleischhygenie betreffenden Religionsgesetze gelegt wurde. Der Vortragende verwies daraus, daß die bereits vor Tausenden von Jahren mit freiem Auge gemachten Beobachtungen von den neuzeitigen Hygienikern, denen die geheimsten Vorgänge im Tierorganismus durch das Mikroskop vollständig erschlossen sind, als durchaus richtig angesehen werden. Diese Beobachtungen, die den Anlaß zu den bezüglichen jüdischen Religionsgesetzen gegeben haben, gehen darauf hinaus, daß die geringsten sichtbaren Veränderungen an den tierischen Organen nach den jüdischen Speisegesetzen das Fleisch zum Genuß unbrauchbar machen, wodurch Infektionen vermieden werden. Besonders interessant waren die Ausführungen des Redners bezüglich der Schächtmethode, da er selbst auf diesem Gebiete seinerzeit an der Universität Würzburg eingehende Untersuchungen angestellt hat. Er betonte, daß dem Schächtakt durch das Religionsgesetz der Charakter einer religiösen Handlung gegeben sei; er stellte ferner den Behauptungen der Schächtgegner nicht nur die der Schachtfreunde gegenüber, sondern legte auch den von der modernen Physiologie vertretenen objektiven Standpunkt überzeugend dar. Insbesondere verwies er darauf, daß durch Durchschneidung der Hauptblutstämme des tierischen Körpers sofort eine Blutleere