Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1911)
- Article
- Berlin / A. L.
- Date
- 1911-12-01
- Page
- 684 (sequence 4)
- Language
- German
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684 Iw deutschen Reich. Frankfurt a. Main, Königsberg, Kattowitz, von den 7 haben 2 den Titel Professor. Es beträgt also die Gesamtzahl der jüdischen Oberlehrer in Preußen 102, davon 18 an den beiden jüdischen Schulen in Frankfurt a. Main. — Von den 7 anstellungsfähigen Kandidaten des Vorjahrs sind 2 aus dem Schuldienst ausgeschieden, 1 gestorben, 1 zum Christentum übergetreten, hinzugekommen sind 6, so daß ihre Zahl 9 beträgt, dazu 6 (10) Probanden, 5 (8) Seminarkandidaten. Die Zahl der Anwärter hat sich also, im Gegensatz zu der Zunahme der christlichen Anwärter, vermindert, was wohl im Zusammenhang damit steht, daß der Mangel an Kandidaten des höheren Schulamts ganz aufgehört hat, eher eine Neberfüllung in Aussicht steht. — Im Vorjahr konnten wir zum ersten Male Anwärterinnen für den höheren Schuldienst verzeichnen; im Berichtsjahr finden wir 1 anstellungsfähige Kandidatin, 1 Probandin, 2 Seminarkandidatinnen, 3 für die sprachlichen Fächer, 1 für Mathematik und Physik. — Je ungünstiger voraussichtlich in den nächsten Jahren die Anstellungsverhältnisse sich gestalten werden, um so dringender müssen besonders die liberalen Stadtverwaltungen daran gemahnt werden, daß es Pflicht eines wahrhaft liberalen Regiments ist, die gesetzlich gewährte Gleichberechtigung auch in der Praxis zu betätigen und jüdische Kandidaten nicht um ihres Glaubensbekenntnisses willen zurückzusetzen oder von der Anstellung auszuschließen. — Die „Vossische Zeitung" berichtet: „Dem Begründer der wissenschaftlichen Behandlung der jüdischen Literatur, Leopold Zunz, wird in Berlin, an dem Hause Auguststraße 60, in dem er die letzten 26 Jahre lebte und wirkte, von der jüdischen Gemeinde Berlin eine Gedenktafel errichtet werden. In der Repräsentantenversammlung wurde ein dementsprechender Beschluß gefaßt. Da der Besitzer des Hauses Auguststr. 60, Apothekenbesitzer Hugo Löbinger, nicht nur die Genehmigung, sondern auch die Anregung zur Anbringung der Gedenktafel gegeben hat, steht der Ausführung dieser Ehrung des Gelehrten nichts im Wege. Die Gedenktafel wird die Inschrift tragen: „Hier wohnte und wirkte Dr. Leopold Zunz 1858—1886. Seinem Andenken die jüdische Gemeinde Berlin, 1911." — lieber den M a n g e l an S a n it ä t s o f f i z i c reu,