Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1911)
- Article
- Der Untergang der deutschen Juden
- Date
- 1911-12-01
- Page
- 667 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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667 „Der Untergang der beut] d>en Juden.^ zustehenZ. Das hat für Deutschland nur wenig zu bedeuten, da, wie ich als erster nachwies, leider einige statistische Mängel das allgemeine Bild nicht so ganz scharf werden lassen. Die Juden, die sich taufen lassen, fungieren einmal auf der einen Seite unter den geborenen Juden, geraten aber nie in die jüdische Mortalitütsziffer. Diese Fehlerquelle kompensiert sicher reichlich die von Segall angenommene ungünstige Beeinflussung der Sterblichkeit. Segall verrückt die Perspektive. Er fragt sich nicht, ob die deutschen Juden noch hundert (im allerhöchsten Fall) Seelen durch günstigere Sterblichkeit einholen können, sondern ob die j ü d i s ch e Bevölkerung, die das teilte Zweikirröerschstenr öurchgefrrhrt hat, .besonders bei noch ftaxfex AbbröLelung durch Taufe, Mischehe und öegenerative Prozesse sich auf öenr 8tatu8 quo ante rvird erhalten? Dr. Segall berücksichtigt einen Umstand nicht: die Sterblichkeit einer Bevölkerung kann bis etwa 10 %0 sinken, die Fruchtbarkeit bis Oo/^. Schon in dieser Gegenüberstellung liegt das große Problem angedeutet! Wird die jüdische Fruchtbarkeit in Deutschland jetzt plötzlich im Jahre .1911 in ihrem rapiden, unglaublich starken Sinken die unterste Grenze gefunden Haben? Reicht dann die von mir berechnete Zahl von 2 Kindern auf die Ehe zur Erhaltung eines lebensfrischen Stammes? Hindelang und Mombert zitiert Dr. Segall mißverständlich. Hindelang wendet sich nur gegen die Berechnung der Kinderzahlen pro rata Ehen auf kurze Zeitläufte, worin ich ihm ganz recht gebe. Uebrigens findet jeder, der mein Buch ordentlich lieft, daß ich auch die F r u ch t b a r k e i t s - b e st i m m u n g nach Segall an einem Beispiele genau i n ihrem unsagbar traurigen Verfall darlege. Da ich an dieser Stelle mich nicht eingehend auf eine Würdigung der Segallschen Kritik einlassen kann, will ich noch einmal die Hauptprobleme meiner Arbeit andeuten, die in der fast gesamten jüdischen Presse mit großemJnteresseaufgenommen wurden. Es gilt gegen Segall die Aufmerksamkeit der deutschen 5) Dafür haben die anständischen Inden auch eine viel günstigere Geburtenziffer.