Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1911)
- Article
- Der Untergang der deutschen Juden
- Date
- 1911-12-01
- Page
- 666 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316804-2316816-2345461--22128-2345521- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
666 Im deutschen Reich. Dr. Legal! ist nicht konsequent. Der Vorwurf, daß ich „durchaus unzuverlässig" mein Material verarbeitete, fallt auf den Schützen zurück. Ich habe nämlich die graue Theorie des Dr. Segall vom Jahre 1909 genau gekannt und auch die Auffassung, zu der er sich plötzlich im Jahre 1911 bekennt, in Erwägung gezogen. Dr. Segall hat aber für beide sich so sehr widersprechende Behauptungen keine wissenschaftlichen ziffernmäßigen Beweise. Es sind dies also leere Vermutungen, die sich zudem arg widersprechen und auf die man nicht einzugehen braucht. Zudem hätte ich bei Abfassung meines Werkes die mir sehr gut bekannte Anschauung von Segall 1909 aanehmen müssen; derselbe Dr. Segall von 1911 hätte mich dann bekämpfen können — weil id) seine Behauptung akzeptiert hätte! Ganz abgesehen davon, daß die Segallsche Methode durch diese kleine Darlegung etwas erschüttert werden dürfte, will ich zur Mortalitätsfrage folgendes sagen. Die jüdische Sterblichkeit in Deutschland ist äußerst gering geworden und beträgt in Preußen z. B. schon seit Jahren nur mehr knapp 6000. Die ausländischen Juden, die ea. Vio der deutschen Inden ausmachen, mögen nunmehr — wollen wir einmal annehmen — eine ungünstige Sterblichkeit haben. Das kann aber bei den kleinen Sterblichkeitsziffern nicht viel ausmachen. Die jüdische Sterblichkeit, die heute auf ca. 13,5%0 steht (gegenüber ca. I80/00 der Christen), kann nur mehr um weniges sinken. Denn heute schon stellt sie den günstigsten Stand der Mortalität einer europäischen Bevölkerungsschicht dar. Ich kann nun die Sterblichkeitsfrage aus Raummangel hier nicht erörtern. Ich habe in meinen zwei großen Abhandlungen in dem Sammelwerk „Die jüdische Hygiene"4) umfassend nach gewiesen, daß die S terblichkeit aller Juden eine günstige ist. Und gerade die aus dem Osten z. B. nach London, New Jork eingewanderten Juden haben eine gute Mortalität im Verhältnis zur christlichen Bevölkerung, gegenüber der einheimisch-jüdischen scheinen sie um etwas nach- 4j Die jüdische Hygiem, Sammelwerk. Herausgegeben v. Dr. Max Grunwald. Dresdner Hygiene-Ausstellung Leipzig 1911. Außerdem „Die jüdische Morbidität". Louis Lamm. Berlin 1911.