Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 11 (November 1911)
- Article
- Berlin
- Date
- 1911-11-01
- Page
- 634 (sequence 3)
- Language
- German
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634 Im deutschen Reich. Le st an tische und Jüdische von seinen Glaubensgenossen fern zuhalten. Ferner habe er Bedenken gegen den jüdischen Arzt, weil dieser Frühgeburten ausgeführt habe. Es folgte darauf eine anonyme Denunziation gegen diesen Arzt, die eine Vernehmung desselben durch den Oberstaatsanwalt Di-. Hessert in Darmstadt und den Kreisarzt Medizinalrat Dr. Pfannmüller in Offenbach zur Folge hatte. Das Ergebnis war, daß die Denunziation gänzlich unbegründet war. Die Untersuchung wurde eingestellt mit folgendem Beschluß: „Hiermit trifft nach dem ärztlichen Gutachten den Beschuldigten vom wissenschaftlichen und ärztlichen Standpunkt keinerlei Borwurf. Er hat vielmehr durchaus korrekt und rechtmäßig gehandelt." — Nicht überall glückt es dem Deut s ch -nationale u H a n d l u n g s g e h i l f e n - V e r b a n d, die Schäflein nach Wunsch einzufangen. So mußte der Gauvorsteher dieses Verbandes in Königsberg, Herr B o n e s e in G o l d a p , unverrichteter Sache abziehen, da nur ganze zwei Zuhörer seiner Einladung zu einer Versammlung des D. H.-V. gefolgt waren. Dafür schüttete Herr Bonese die ganze Schale seines Zornes und sein volles Herz über einen jüdischen Prinzipal aus, der sich bei ihm beschwert hatte, daß ihm eine Einladung 'zu der genannten Versammlung übersandt wurde. Die Juden — führte Herr Bonese aus — sollten nach dem Programm des D. H.-V. in ihren Rechten nicht beschränkt werden, aber dennoch werden sie von der Aufnahme in den Verband ausgeschlossen. Man sucht ihnen dadurch die Anstellung 'zu erschweren und sie als nicht gleichberechtigt mit den christlichen Angestellten hinzustellen. Herr Bonese behauptet kühn, daß sein Verband die Eintracht nicht zerstöre und die Unzufriedenheit zwischen Chef und Angestellten nicht nähre; dennoch befand sich, wie wir in der vorigen Nummer unserer Zeitschrift bereits mitgeteilt haben, in der Deutschen Handelswacht der Satz: „Wann wird endlich kommen der Tag, da die jüdische Rasse in die ihr gebührenden Schranken zurückgeführt sein wird? Deutsches Volk, erwache!" Bonese tischte ferner die alten antisemitischen Unwahrheiten auf, daß die Juden einen Staat im Staate bilden und dahin streben, die Macht des Deutschtums zu zerstückeln und zu untergraben. Wir glauben vielmehr, daß letzteres durch die schmachvolle