Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 11 (November 1911)
- Article
- Der deutschnationale Handlungsgehilfenverband
- Date
- 1911-11-01
- Page
- 622 (sequence 3)
- Language
- German
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622 Im , deutschen Reich. Handlungsgehilfen, jeder neue Mitkämpfer ist es ebenfalls." Ebenso hat sein Nachfolger, der neue Verbandsvorsitzende, Herr Bechly, auf dem 12. Handlungsgehilfentage, jedenfalls für die Vergangenheit, zugegeben, daß der Verband „aus dem politischen Antisemitismus hervorgewachsen" ist. Dies hat sich aber bis heute nicht im mindesten geändert. Zwar hat der D. H.-V., um äußerlich gegen den Borwurf des Antisemitismus gerüstet zu scheinen, seinen Satzungen in der neuesten Fassung folgenden Wortlaut gegeben: „Parteipolitische und konfessionelle Bestrebungen innerhalb des Verbandes sind ausgeschlossen." Aber dieselben Satzungen enthalten nach wie vor im § 7 die Bestimmung: „Juden und in einem bewußten Gegensatz zum Deutschtum stehende Angehörige anderer Nationen können keinerlei Mitgliedsrechte erwerben", und zur Abänderung gerade dieser Bestimmung ist nach § 57 Absatz 2 sogar e i n st immige Zustimmung der Verwaltung und des Aufsichtsrats erforderlich! Was will es demgegenüber bedeuten, wenn der Verband auch noch so oft auf Anfragen nach seiner Stellung zur Judenfrage, falls dies ihm opportun erscheint, antwortet, der Ausschluß der Juden beruhe lediglich auf der Verschiedenheit der Rasse, und wenn er sich hierbei, wie in einem uns neuerdings überreichten Briefe, zu Ausführungen versteigtz wie: „Ob ein Jude mosaischen Glaubens ist, oder ob er sich hat taufen lassen, ist für uns gleichgültig. Er wird, da er alle Zeit jüdischer Stammesgenosse bleiben wird, auf keinen Fall ausgenommen. Wir enthalten uns ausdrücklich der B e k ä m pfung des Judentum s." Alles dies sind natürlich nur Verlegenheitsphrasen, deren praktische Durchführung völlig unmöglich ist. Oder wie will es der D. H.-B. bei einem arisch aussehenden, mit einem arischen Namen behafteten „Juden christlichen Glaubens" halten, von dessen früherer Zugehörigkeit zum Judentum mosaischen Glaubens er keine Kenntnis hat? Nimmt doch sogar der gewiß echt völkische Verein Deutscher Studenten „Juden christlichen Glaubens" auf, wofern ihr christlicher Glaube sich nur nach weisbar auf drei Generationen zurück erstreckt!