Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 11 (November 1911)
- Article
- Der deutschnationale Handlungsgehilfenverband
- Date
- 1911-11-01
- Page
- 621 (sequence 2)
- Language
- German
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(>21 „Der Deivschnationale HandlungsgehilfenVerbaitb zu werden. Die Publikation darf aber sicherlich auch sonst bei sämtlichen jüdischen Gewerbetreibenden auf das größte Interesse rechnen, da sie sich mit Leichtigkeit hieraus über das antisemitische D e m a g o g e n t u in des D. H. - V. informieren können. Wie unbequem dem Verbände eine solche Verwendung des ihn schwer belastenden .authentischen Materials in breitester Oeffentlichkeit erscheint, .geht schon daraus hervor, daß er alle Hebel in Bewegung hetzte, um mit Hilfe des Berichtigungsparagraphen, den er virtuos zu handhaben versteht, eine solche Veröffentlichung ,zu - verhindern. Erst nachdem er durch gerichtliche Entscheidung mit dem größten Teil seiner vermeintlichen Berichtigungsansprüche ,abgewiesen worden ist, ist der nunmehr vorliegende Text der Broschüre endgültig festgestellt worden. In wen Hauptkapiteln beschäftigt sich der Herausgeber mit einer Darstellung der Entwicklung und allgemeinen Tätigkeit des D. H.-B., sowie mit seiner zwiespältigen Haltung i n d e r I u d e n f r a g e. Gerade dies ist es auch, was unsere Mitglieder in hervorragendem Maße interessieren dürfte, und deswegen soll einiges von dem dort angeführten Material herausgegriffeu werden, um gleichzeitig zu zeigen, wie unberechtigt und gegenstandslos die auch jetzt noch sehr häufig beliebte Behauptung des D. H.-V. ist, daß ihm keineswegs der Vorwurf des Antisemitismus zu machen sei. Als der D. H.-B. auf seinem ersten außerordentlichen Verbandstage am 1. Dezember 1805 seinen jetzigen Namen annahm, wurde von verschiedenen maßgebenden Rednern der größte Wert auf das Bekenn t u i s z u m A n t i s e m i t i s - mus gelegt. Der damalige Vorsitzende, I. Irwahn, erklärte offen (Seite 11 des Protokolls): „Wir wollen nicht unter falscher Flagge segeln und auch nicht vergessen, daß unser Verband aus dem Antisemitismus heraus geb o r e n ist." Und später einmal äußerte derselbe Herr Irwahn: „Die Gefahr, für antisemitisch zu gelten, hat nichts auf sich, wohl aber die, daß . wir ni ch t vorwärts ko m m en werden, wenn wir n i ch t a n ti s e m i ti s ch genug sind." Desgleichen hat der langjährige frühere Berbandsvorsitzende, der nach seiner Triolen-Affäre aus der Oeffentlichkeit verschwundene Herr Schack, frei heraus bekannt: „Die Vorkämpfer für imferc Bewegung waren antisemitisch gesinnte