Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 11 (November 1911)
- Article
- Der deutschnationale Handlungsgehilfenverband
- Date
- 1911-11-01
- Page
- 623 (sequence 4)
- Language
- German
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,Der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband". 623 3Ülc diese Entschuldigungsausreden des D. H.-V. stehen aber auch im schärfsten Widerspruch zu seinen zahllosen und maßlos gehässigen Verhetzungen, für die sich zahlreiche Beispiele in den in der Broschüre angeführten Zitaten aus seinem Jahrbuch, seinem Liederbuch, insbesondere aus der Verbandszeitschrift vorfinden. Gerade in dieser Hinsicht enthält diese Publikation eine Fülle interessanten und lehrreichen Materials, das ein für allemal sämtlichen Beschönigungs- und Ableugnungsversuchen gegenüber den Antisemitismus des D. H.-V. unwiderleglich f e st st e l l t. In weiteren Kapiteln wird dann die demagogische Agitationsweise und die politische Betätigung des Verbandes in das rechte Licht gerückt. Aus wie krummem Wege er bei seiner Agitation oft wandelt, zeigt ein Brief, der im Jahre 1903 von der Verwaltung an ein Mitglied verschickt wurde, das auf Veranlassung seines Prinzipals zuvor ausgetreten war. Dieser Brief lautet: „Wir geben Ihnen anbei eine Austrittsbescheinigung für Ihren Chef, damit dieser sich beruhigen kann und glaubt, Sie seien tatsächlich ausgetreten. In Wirklichkeit führen wir Sie geheim als Mitglied weiter und senden Ihnen die Zeitungen stets ins Hotel, wo Sie sich dieselben persönlich abholen. Kommen Sie immer pünktlich Ihrer Beitragspflicht nach, so wird kein Mensch erfahren, daß Sie Deutsch-nationaler vom reinsten Wasser sind." Und wie ist ein Verhalten zu nennen, wenn ein Vorstandsmitglied dieses Verbandes sich kurz nach Geschäftsschluß in das Herrenmodengeschäft eines Juden begibt und auf sein inständiges Bitten und Beteuern, daß er einen Gegenstand unbedingt am nächsten Tag dringend brauche, trotz ursprünglichen Widerstrebens den gewünschten Gegenstand erhält, dann aber flugs darauf den Kaufmann bei der Polizei denunziert, weil dieser noch nach Geschäftsschluß Waren verkauft habe?! Nach einer kurzen Würdigung der Stellung des Verbandes zur Frauenarbeit und seines Verhältnisses zu andern Handlungsgehilfenverbänden, die er in der unflätigsten Weise fortgesetzt mit Schimpfworten zu belegen für gut hält, endet die Broschüre mit einer nochmaligen Darstel-