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Im deutschen Reich · 1911-11-01 · Heft 11 (November 1911) · p. 618

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 11 (November 1911)
Article
Die Juden und das Wirtschaftsleben
Date
1911-11-01
Page
618 (sequence 11)
Language
German
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618 Im deutschen Reich. das alles nicht Mystik ist, dann verstehe ich diesen Begriff nicht! 1; Und keine Herzensinbrunst soll das Judentum kennen? Die Religion, die lehrt: „Du sollst lieben den Ewigen, Deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deinem ganzen Vermögen" (Deut. 6,5), deren Prophet kündet: „Liebe verlange ich und nicht Opfer" (Hof. 6,6), deren Psalmisten singen: „Wenn ich Dich nur habe, neben Dir verlange ich nichts auf Erden" (Pf. 73,25), deren Weisen den Gottesnamen geprägt: „Unser Vater, der Du bist im Himmel", deren Märtyrer mit dem Rufe: „Du bist unser Vater, wir Deine Kinder" die flammenden Scheiterhaufen bestiegen, diese Religion wüßte wirklich nur von äußerem Gesetzeswerke und nichts von glutvollem religiösen. Innenleben? * * * Aber das Judentum, sagt Sombart, ist "doch eine ganz geschäftsmäßige Versicherungsanstalt zeitlichen Glückes und ewiger Seligkeit. Zweckbedacht, wie der Kapitalismus, operiert es mit den kaufmännischen Vorstellungen von Leistung und Gegenleistung, mit seinem Systeme von Lohn und Strafe steht es da als die typische Händlerreligion. Nun meinen wir, daß der Glaube an Lohn und Strafe ja nichts anderes ist als die aus pädagogischen Gründen möglichst greifbar ausgedrückte Ueberzeugung, daß die sittliche Weltordnung nicht bloß ein luftiges Phantasiegebilde ist,' sondern, daß Gott ihre Verwirklichung in der Welt gewährleistet, indem das Gute seiner Natur nach zum endlichen Siege, das Böse naturnotwendig zum Dahinschwinden bestimmt ist. Die Leistung der Gesetzestreue ist nicht, wie Sombart es verstanden wissen will, ein bloßes opus operatum, ein äußeres Getue, bei dem die Gesinnung Nebensache ist. Vielmehr ist das Gesetz eine heilige Lebensordnung, deren Kern und Stern die Durchsittlichung der Willenssphäre bildet. Der Gott, „der Herz und Nieren prüft" (Jer. 17,6), verlangt von seinem Verehrer, daß er Wahrheit redet in seinem Herzen (Ps. 15,2), ist ein Heilsgut für die, die lauteren Herzens sind (Ps. 73,Ist fordert nicht nur reine Hand, sondern auch reines Herz von seinen

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