Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 11 (November 1911)
- Article
- Die Juden und das Wirtschaftsleben
- Date
- 1911-11-01
- Page
- 613 (sequence 6)
- Language
- German
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Juden, kapitalistische Gesiunung, Zielstrebigkeit. 633 höherstehenden Minorität obzusiegen. Alle Kolonialgründung beruht darauf. Für den, der noch einer Bestätigung für das eben formulierte Weltgesetz bedarf, lassen wir Goethe sprechen: Du mußt leiden oder triumphieren, Amboß oder Hammer sein! — und Ferdinand Lassalle, der seinen Franz von Sickingen (in dem einzigen von ihm verfaßten Drama) von der Geschichte sagen läßt: Und doch bleibt ihre Form auf ewig die Gewalt! Eine übelwollende Geschichtsdarstellung hat den Juden aus der Tatsache, daß sie bei allen Völkern Gegenstand von Angriffen, nicht selten von Haß und Mißachtung gewesen sind, einen charakterlichen Makel anhängen wollen. „Ich kann mich nicht bereden lassen! Macht mir den Teufel nur nicht klein? Ein Kerl, den alle Menschen hassen, Der muß — was sein!" (Goethe, „Zahme Xenien") Die Juden — geistig regsam und zielstrebig — waren im wirtschaftlichen Kampfe beachtenswerte Streiter. Wenn die Mittel ihres Kampfes Trug gewesen wären, so hätte man auch die Möglichkeit gefunden, sich ihrer wirksam zu entledigen. Don Einzelfallen kann natürlich hier nicht die Rede sein. Die Juden waren in Deutschland bis zum 12. Jahrhundert Kaufleute, und zwar angesehene Kaufleute, erst von da an wurde ihnen der Wucher aufgedrängt. Im Jahre 1084 erklärt der Bischof Rüdiger von Speyer in einem „Judenprivileg", daß er zur tausendfachen Mehrung der Ehre der Stadt Speyer, nachdem er sie aus einem Flecken zur Stadt gemacht habe, die Juden in ihren Mauern ansammle. Noch im Jahre 1252 spricht der Kölner Erzbischof in seinem „Judenprivileg" von dem Wohlstand und der Ehre, die-die Juden bringen würden, wenn sie sich seinem Schutze anvertrauen würden. - „Die Weltgeschichte ist kein Weltgericht, sondern eine naturgesetzliche Entwicklung" (Zollschan, „Das Rassenproblem").