Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1911)
- Article
- [Ohne Titel] / Beltz, Julius
- Date
- 1911-10-01
- Page
- 578 (sequence 5)
- Language
- German
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578 Im deutschen Reich. Differenzen zwischen den Gästen und Angestellten, obliegt, es besorgt Härte. Ich selbst wäre nicht erst nach einer Viertelstunde, sondern sofort mit aller Energie eingeschritten, und hätte den Zapfer entlassen, wenn ich nicht meine schwerkranke Frau, die auf einem Balkon lag und den ganzen Vorfall im Garten mitanhören mußte, beruhigen und sie vor weiteren Aufregungen bewahren wollte. Durch diesen Besuch bei meiner Frau sind einige Minuten verstrichen, und als ich den Garten wieder betrat, war die Erregung so groß, daß die Menge zu beruhigen mir völlig unmöglich war. Ich muß es aber für eine Verleumdung erklären, wenn hie und da behauptet wird, ich hätte selbst eine antisemitische Bemerkung gemacht, und wenn ich auch gern zugebe, daß durch nicht energisches Vorgehen die berechtigte Beunruhigung nicht sofort unterdrückt wurde, so trifft mich direkt keine Schuld. Ich werde in Zukunft aufs energischste dafür Sorge tragen, daß jede BeLin- Lrächtigung meiner jüdischen Gäste vermieden wird. Gegen den Vorwurf antisemitischer Gesinnung brauche ich mich um so weniger zu schützen, als mein erprobt liberaler! Standpunkt, den ich seit jeher gehabt habe, in den weitesten Kreisen bekannt ist." Wir bringen diese Erklärung des Herrn Peters mit dem Bemerken zur Kenntnis der Oeffentlichkeit, daß uns von einem Vereinsmitgliede wiederholt bestätigt worden ist, daß Herr Peters ein Mann von erprobt liberaler Gesinnung ist, der seit Jahren seinerseits alles getan hat, um den Judenhaß zu bekämpfen. — Von einem Vereinsmitgliede in Frankfurt a. M. wird ' uns geschrieben: „In Ihrem Kampf um die Gleichberechtigung der Juden mit andern deutschen Staatsbürgern und dem damit notwendigerweise verbundenen Bestreben, das Selbstbewußtsein der Juden zu heben und zu stärken, dürfte es vielleicht ratsam sein, Ihr Augenmerk auf den folgenden Umstand zu lenken. Es haben sich in letzten Jahren sowohl hier wie in fast allen größeren Städten Deutschlands eine große Zahl theatralischer Dilettanten, zum iiberwiegenden Teil aus ungarischen Inden bestehend, eingenisiet. Diese, als K a b a t e r t - K'ü n st l c r sich bezeichnend, haben es sich zur Aufgabe gemacht, in ihren sämtlichen