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Im deutschen Reich · 1911-10-01 · Heft 10 (Oktober 1911) · p. 565

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 10 (Oktober 1911)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1911-10-01
Page
565 (sequence 6)
Language
German
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Umschau. 565 die englischen Arbeiter von Herzen zu dieser begonnenen Ernüchterung von dem verderblichen jüdischen Einfluß und wünschen ihnen, daß sie außer mit Pogromen, welche für die Verscheuchung des jüdischen Alps notwendig sind, sich auch mit der systematischen Vertreibung des verfluchten Stammes aus England beschäftigen!" Aus diesen Worten spricht ein so furchtbarer, scheußlicher Haß, daß in Rußland nach wie vor für die Juden das Schlimmste zu befürchten ist. Denn wo sind die Maßnahmen zur Verhinderung der Wiederholung der unmenschlichen Pogrome?" Daß die Losung „Rußland für die Russen" zu einer Schwächung des Zarenreiches führen muß, dafür haben die russischen Machthaber kein Verständnis. Was auch Stolypin bisher gegen die Polen, Finnen, Armenier und I ud e n unternommen hat, nichts vermochte in solcher Nacktheit seinen völligen Mangel an staatsmünnischem Geiste zu zeigen, wie die von ihm angekündigte „Nationalisierung" der russischen Volkswirtschaft. Ganz im Sinne der russischen Pogrom-Agitatoren wollte Stolypin mit den Juden beginnen, die er durch neue Spezialgesetze aus dem Getreidehandel, aus der Bankwelt und allmählich überhaupt ans dem kommerziellen Leben verdrängen wollte. Wie aber sollte die vielverheißende Umwälzung erreicht werden? Stolypin empfahl die Entziehung des Kredits, auf dem der Handel der kapitalsarmen russischen Juden fast ausschließlich basiert. Selbst die reaktionäre und j u b enfeindlich c Kaufmannschaft von Kiew hat durch ihr Börsenkomitee gegen die zu ihrem Schutz bestimmten Maßnahmen Front gemacht. Uebrigens soll auch der Finanzminister Kokowzew erklärt haben, daß er die Verwirklichung dieser Idee des Premiers nicht zulassen werde, da die Staatsbank dadurch gewaltige Verluste erleiden müsse. Gegen die Verfügung Stolypins, auch den zeitweiligen Aufenthalt der Juden bei der Messe in Nischni Nowgorod zu verbieten, ist unter Billigung des örtlichen Gouverneurs auch der Präsident der Messe vorstellig geworden. Aber diese Maßnahmen der Regierung und andere Drangsalierungen bewiesen, daß dem leitenden Staatsmann Rußlands mehr als am wirtschaftlichen Fortschritt des Staates an der Gunst hetzerischer „Patrioten" und ihrer

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