Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1911)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1911-10-01
- Page
- 564 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316804-2316814--21953-2345281- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
564 Im .deutschen Reich. Leuten und Hausbesitzern gemacht hatten, Neid erregte. Es kam an verschiedenen Orten in Wales zu einer Plünderung der jüdischen Geschäfte und zu förmlicher Austreibung der Inhaber und schließlich zu sehr energischem Eingreifen der vom Militär verstärkten Polizeiorgane. Es ist charakteristisch, daß alle bei den Krawallen in Wales Verhafteten I r l ä n d e r sind. 46 Angeklagte, die der Plünderung jüdischer Geschäfte überführt wurden, sind zu Gefängnisstrafen von drei Wochen bis zu drei Monaten verurteilt worden. Ein Kenner der Verhältnisse berichtete der „Bossischen Zeitung": „Tredagar, Bargoed und Giljoch in Wales sind stark mit Iren bevölkert, die zumeist Analphabeten sind. Dem Priester gehorcht der Ire blindlings. Die Folge ist ein religiöser Fanatismus, der in nichts dem der Mohammedaner nachsteht, gepaart mit Unwissenheit und Aberglauben, wie im dunkelsten Rußland. Für diese Leute ist der Protestant der verabscheuungswürdige Ketzer, oer sicher einmal in der Hölle schmoren wird. Der Jude aber —. Wenn man den Namen ausspricht, muß man sich bekreuzigen! Es leben arhch in Irland fast gar keine Juden, in Wales verhältnismäßig wenige. Protestanten und Juden scheinen in den bedrohten Distrikten gemeinsame Sache gemacht zu haben; es hatten sich dort „freiwillige Schutztruppen" gebildet, die Tag und Nacht durch die bedrohten Straßen marschierten und an deren Spitze ein protestantischer und ein methodistischer — Geistlicher standen." Daß deutsche Katholiken die Beteiligung katholischer Irländer an den Unruhen in Wales mißbilligen, geht daraus hervor, daß die „Kölnische Volkszeitung" den Jubel d e r russischen Kogroinvercrnstalter über die Ausschreitungen des irischen Pöbels mit folgenden Worten rügt: „Welcher Sprache sich die russischen Antisemiten bei ihrer Hetzarbeit gegen die eigenen Juden zu bedienen pflegen, wird aus Auslassungen der „Rußkoja Snamja" am besten klar: „Die englischen Arbeiter haben jetzt erkannt, was die jüdische Gleichberechtigung bedeutet. Wir begrüßen