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Im deutschen Reich · 1911-10-01 · Heft 10 (Oktober 1911) · p. 539

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 10 (Oktober 1911)
Article
Die Verlästerung der jüdischen Sittenlehre
Date
1911-10-01
Page
539 (sequence 11)
Language
German
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Die. Verlästerung der jüdischen Siüenleyre. 5.39 solchen Manne nachgesprochenen Satzes aus Grund eigener Prüfung der/Sachlage einzustehen. Und das um so mehr, als die sogenannten ,,Perlen an* dem Talmud" seit ihrem Erscheinen in einer für jeden, der nur sehen, will, zugängliche',! Form, nicht einmal, sondern wieder und wieder aus ihren wahren Gehalt geprüft werden. Es ist einfach, wir wiederholen es, wider öesseres Wissen oder grob fahrlässig erhobene Verleumdung, wenn noch immer die Behauptung wiederkehrt, daß überall, wo im Talmud oder Schuichan arucb das Wort Akum vorkommt, die entsprechende Bestimmung auch auf die Christen bezogen werden müsse. Zwar leitet Ecker d-en Beweis hierfür mit folgenden Worten ein: „Nun aber sollen wir sogar beweisen, daß es eine Sonne gibt: ja sonnenklar ist es, was manche aus Asrael rundweg zu leugnen wagen, und was wir darum klarzustellen veranlaßt werden." — „Sonnenklar" kann mau aber höchstens die Oberflächlichkeit dieses Beweises nennen, der in Wahrheit völlig mißlungen ist, weil er den Tatsachen widerspricht. Allerdings herrscht in Talmud und Schuichan arnch über diesen Ausdruck eine bedenkliche Verwirrung: aber die Schuld daran lieg: nicht ans unserer Seite, nicht am Talmud oder am Schuichan arnch: jene unwissenden Zensoren, die im Mittelalter den Talmud prüften, um ihn von Stellen zu befreien, in denen Ungünstiges über die Christen gesagt sei, haben die klaren Begriffe verwirrt. Die ersten, noch unzensierten Ausgaben des Schuichan arnch kennen de n A u s d r u ck A t it m ü b e r h a u p t nicht: im übrigen haben sie deutlich unterschieden zwischen Vorschriften, die nur auf Heiden bezogen werden, und solchen, die auf alle Nichtjuden anzuwenden sind, indem sie jene mit anderen Ausdrücken benannten als diese (Heiden: aboda zara, obed aboda zara, obed elilim, obed abodath elilim; Nichtjuden allgemein: goü üutlch noelnä, am’min). Nun bestimmte die Zensur (vgl. Steinschneider, Hebr. Bibliographie 5, 97): Wo von Götzendienst vor Christi Geburt gesprochen ist,.darf der alte Ausdruck stehen bleiben: bei Götzendienst nach Christi Geburt soll der alte Ausdruck gestrichen und dafür „Akum" gesetzt werden: ebenso überall, wo etwas Nachteiliges von den Nichtjuden gesagt wird. Akum ist eine Abbreviatur für aboäatü üoebabim mna8alorb sd. h. Anbetung von Stern- und Tierkreisbildern) oder auch abde kochabim umasaloth ch. h. Llnbeter usw.). Die Zensur ging also von dem Gedanken aus, alles, was etwa auch aus das Christentum^ bezogen werden könnte, auszumerzen und als auf das Heidentum bezüglich hinzustellen. Wenn also die Zensoren sachgemäß Vorgehen wollten, so mußten sie gewissenhaft den Sinn jeder Stelle erforschen, und so mußten sie gewissenhaft den Sinn jeder Stelle erforschen, und daun entsprechend den Regeln der Zensur ihre Anordnungen treffen.

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