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Im deutschen Reich · 1911-10-01 · Heft 10 (Oktober 1911) · p. 536

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 10 (Oktober 1911)
Article
Die Verlästerung der jüdischen Sittenlehre
Date
1911-10-01
Page
536 (sequence 8)
Language
German
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536 Im deutschen Reich. daß diese zur Grundlage einer Anklage herangezogenen Gesetze sich nicht aus Christen beziehen, so müßte dies zum mindesten als der deutlichste und unumstößlichste Beweis dafür gelten, daß diese von dem Judentum der Gegenwart als bindende Gesetze nicht anerkannt werden, selbst wenn sie einmal als solche gegolten hätten. Aber diese Gesetze enthielten auch niemals irgendeine gegen die Christen gerichtete Feindseligkeit oder Inhumanität. Und wir können erklären: Wer heute noch das Gegenteil behauptet, handelt wider besseres Wissen oder grob fahrlässig! Und da niemand leugnen kann, daß es „Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft" genannt werden muß, wenn man ihre Lehren, entgegen der Wahrheit, als unsittlich hinstellt, so muß jedem, der — grob fahrlässig oder wider besseres Wissen — diese Behauptung kolportiert, das Bewußtsein und die Absicht der Beschimpfung und der Verächtlichmachung innewohnen. Wider besseres Wissen oder grob fahrlässig!! — Jene „Perlen aus dem Talmud" und die daraus geschlossenen Folgerungen werden von Männern, die selbst weder Talmud noch Schulchan aruch oder auch nur Hebräisch lesen und verstehen können, aus alten Werken nach geschrieben oder nachgesprochen, deren Verfasser ohne Ausnahme als Unwissende oder als Fälscher oder als beides erwiesen worden sind. Eisenmenger, auf den sie zurückgreifen, hat etwa um 1700 das Judentum „entdeckt". Er war Professor der orientalischen Sprachen zu Heidelberg, ließ sich unter der falschen Vorgabe, Jude werden Zu wollen, von des Talmud kundigen Juden unterweisen, u. a. nennt er einen Rabbiner David Lida seinen Lehrer. Nach seinem eigenen Geständnis hat er „unter unsäglicher Mühe" (so steht auf dem Titel Königsberg 1711 .. .), „da ihm das Hebräische nicht geläufig war", alles Mögliche aus 180 hebräischen Schriften zusammengetragerU2), wie er selbst höchst naiv berichtet, angeregt durch eine Aeußerung des genannten Rabbiners über Jesus: die Seele Jesu Christi stamme von dem obersten Teufel Samuel usw. und sei in das allertiefste Loch der Hölle gestoßen worden; und er hat die Kühnheit, zu behaupten, daß er diese Aeußerung auch in einem Werke dieses Rabbiners gesehen habe, obwohl ein Werk desselben unter dem von ihm genannten Titel überhaupt nie existiert hat. Bei der Mangelhaftigkeit seiner hebräischen Kenntnisse mußte er natürlich, um sein Machwerk zustande zu bringen, sich aus Uebersetzungen von Leuten stützen, die ihm, weil sie in ihrer Kindheit etwas Talmud gelernt hatten, als gelehrt erschienen; in der unwissenschaftlichsten Weise stellt er ohne jedes Urteil alte und neue, gute und schlechte, echte und gefälschte, ver- 12) Vgl. G. Wolf, der Prozeß Eisenmenger in Monatsschr. f. Gesch. vi. Wissensch. des Indent. 1809. S. 380.

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