Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 9 (September 1911)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1911-09-01
- Page
- 523 (sequence 8)
- Language
- German
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Bcreiusuachrichten. 523 niemand", habe ich meiner Erklärung weiter nichts hinzuzufügen. Dr. E. Orth, Besitzer der Klosterstern-Apotheke, Hamburg-Harvestehude." Also im Interesse unserer Glaubensgenossen halt Herr Dt. O. sein Personal judenrein. Wenn alle Chefs so denken würden, wie Herr Dr. O., so würde dies „Interesse" dazu führen, daß die jüdischen Angestellten verhungern könnten. Herr Dr. O. weist den Verdacht antisemitischer Gesinnung von sich. Sein System ist aber das der Antisemiten. Was soll da das stolze Wort: „Tue recht und scheue niemand!"? Eine unglücklichere „Devise" konnte sich Herr Dr. O. schwerlich erwählen. — Von einem jüdischen praktischen Zahnarzt war uns mitgeteilt worden, daß ihn die Herren Zahnärzte Kamm & W a g u e r in B r a u n s ch w e i g nach persönlicher Rücksprache als Assistent engagiert, aber das Anstellungsverhältnis aus dem ausgesprochenen Grunde, daß er Jude sei, rückgängig gemacht hätten. Diese Mitteilung veranlagte uns, an die Herren Kamm & Wagner die direkte Anfrage zu richten, ob sie grundsätzlich keine jüdischen Assistenten anstellen, oder ob die uns zugegangene Mitteilung auf ein Mißverständnis zurückzuführen sei. Da wir aus unser höfliches Schreiben keine Antwort erhalten haben, steht fest, daß die erwähnten Herren, die zu den beschäftigsten Zahnärzten in Braunschweig gehören und anscheinend auch große jüdische Kundschaft haben, sich diese gern gefallen lassen, obgleich sie von Vorurteilen gegen Juden nicht frei sind. — Die Lagerkosten- und Geschäftsnwbel-Fabrik von F. Find eisen in Berlin, Dirksenstraße 41, hat kürzlich ein Inserat erlassen, dessen Eingang lautete: „K o n t o r i st i n, unter 18 Jahre alt, C h r i st i n, für dauernde Stellung gesucht." — Die Firma F. & M-. Camphausenin Berlin hatte ein Inserat erlassen, in welchem sie einen christlichen Lehrling für ihren Geschäftsbetrieb suchte. Auf Vorhaltung eines unserer Vorstandsmitglieder erklärte Herr Camphausen, daß bei der Firma Juden beschäftigt seien unb ihm jede antisemitische Gesinnung fernläge. Das Inserat sei ohne Wissen