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Im deutschen Reich · 1911-09-01 · Heft 9 (September 1911) · p. 522

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 9 (September 1911)
Article
[Ohne Titel]
Date
1911-09-01
Page
522 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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522 Im de»tsch,'!i Reich. antisemitischen Charakter tragen. In jüngster Zeit ist auch in Schierke ein jüdisches Restaurant eröffnet worden. — In letzter Zeit haben wir wiederholt die Erfahrung gemacht, daß jüdische Geschäftsinhaber Jn-serate nach ch r iftliche m P e r s o n a l erlassen und dies damit zu rechtfertigen suchen, daß sie das aus Gefälligkeit für einen christlichen Geschäftsfreund oder im Aufträge einer mit ihnen im Geschäftsverkehr stehenden christlichen Firma tüten. Wir nehmen Veranlassung, demgegenüber zu betonen, daß es im allgemeinen Interesse der deutschen Juden liegt, unter allen. Umstünden derartige Inserate zu vermeiden. Wir kämpfen seit Jahren gegen derartige Inserate christlicher Firmen, um den wirtschaftlichen Antisemitismus, wie er sich in diesen Annoncen zeigt, zu beseitigen. Die Durchführung dieses Kampfes wird uns aber erschwert, wenn sogar angesehene jüdische Firmen Annoncen gleichen Inhalts wie die Gegner veröffentlichen. Die antisemitische Presse wird leicht solche gedankenlosen und würdelosen Gefälligkeiten jüdischer Firmen für ihre Zwecke ausbeuten. Es gehört mit zu den unerfreulichsten Erscheinungen im Leben der heutigen Juden, daß man auf Dinge Hinweisen muß, die Selbstachtung und Stolz eigentlich jedem von selbst verbieten müßten. Daß aber Geschäftsfreundschaft geeignet sein sollte, diese Gefühle zu beseitigen oder unberücksichtigt zu lassen, können und wollen wir nicht annehmen. — Im Juniheft dieser Zeitschrift haben wir berichtet, der Besitzer der St loste r st e r n - A potheke in H a m b u r g - Harvestehude, vr. E. Orth, habe an einen jüdischen Bewerber um eine vakante Stelle geschrieben: „Gestatte mir hierdurch die Anfrage, ob Sie mosaischer Konfession sind? Bejahendenfalls muß ich leider auf Ihre gefl. Bewerbung verzichten." Infolge dieser Veröffentlichung schreibt uns Herr Dr. Orth: „Um jegliche Differenz konfessioneller Art unter meinem zahlreichen Geschäftspersonal auszuschließen, habe ich, gestützt aus nähere Vorkommnisse, mich veranlaßt gesehen, gerade im Interesse Ihres Glaubensgenossen demselben die mir offensichtlich von diesem Herrn fälschlich als antisemitische Bestrebung ausgelegte Antwort zu erteilen. — Unter Hinweis auf meine obige Devise „Tue recht und scheue

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