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Im deutschen Reich · 1911-09-01 · Heft 9 (September 1911) · p. 524

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 9 (September 1911)
Article
[Ohne Titel]
Date
1911-09-01
Page
524 (sequence 9)
Language
German
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524 Im deutschen Reich. der Chefs von einem Stngeftellteu verfaßt worden, dem die Firma ihre Mißbilligung ausdrücken und zugleich ein für alle mal derartige Veröffentlichungen untersagen würde. Herr Camphausen erklärte sich bereit, Geeignetes veranlassen Zu wollen, um derartige den Anschein des Antisemitismus hervorrufenden Veröffentlichungen für die Zukunft zu verhindern. — Am 1. Juli suchte durch ein Inserat in einer Beilage des „Berliner Tageblattes" die Firma Bruno Frey Lag in Halle a. S. eine tüchtige und erfahrene Direktrice christlicher Konfession. Da der Inhaber der Firma nicht nur jüdische Kundschaft hat, sondern auch von Juden in die Handelskammer gewählt worden ist, müssen seine Vorurteile ganz besonders peinlich berühren. — Das Modewarenhaus R o b e r t D e r n h a r d t, Dresden, am Postplatz, sucht einen gewandten Verkäufer christlicher Konfession für die Abteilung Kleiderstoffe. Obgleich die Firma Eduard Hebel in .Kaiserslautern (Rheinpfalz) eine Reihe von Juden zu ihren Kunden zählt, hat sie wiederholt in den in Kaiserslautern erscheinenden Zeitungen Annoncen erscheinen lassen, durch die christliches Personal gesucht wurde. Kürzlich stand auch in der „Frankfurter Zeitung" ein Inserat der Firma Eduard Hebel in .Kaiserslautern: „Tüchtige Verkäuferin (Christ.) für Damen-Konfektion mit guter Figur sowie gediegenen Umgangsformen für diese Abteilung bei hohem Gehalt gesucht usw." — Die Firmen C a r l Peters in Köln a. Rh. und Peter S che i n s -L Co. in Kl a ch e n erklärten uns, daß die Inserate nach christlichem Personal in verschiedenen Zeitungen erschienen waren ohne Wissen der Chefs bzw. ohne kränkende Absicht ausgegeben worden feien und daß sie in Zukunft von derartigen Inseraten Abstand nehmen würden. — Der A l l g e m e i n e D e u t s ch e M i e t s - V e r - s i ch e r u n g s - V e r e i n A.-G. teilt uns auf unsere Anfrage mit, daß das Inserat im „Berliner Tageblatt", in welchem ein christlicher Lehrling gesucht wird, von einen! Angestellten des Vereins hinter dem Rücken der Direktion aufgegeben und daß der betreffende Angestellte entlassen worden sei. Der Verein als solcher steht somit der fraglichen Annonce völlig fern.

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