Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 9 (September 1911)
- Article
- Berlin
- Date
- 1911-09-01
- Page
- 508 (sequence 3)
- Language
- German
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508 Im deutschen Reich. bat sich, wie Um: erfahren haben, die Vereidigung der jüdischen Rekruten in derselben Weise abgespielt. Sämtliche beteiligten jüdischen Soldaten haben bei dem geschilderten Vorfall das Gefühl grenzenloser Beschämung und Zurücksetzung empfunden." Wie will der Herr Kriegsminister Liese Handlungsweise seiner Untergebenen entschuldigen? — Der „Liberalen Korrespondenz" ist aus West- P r c u ß c n ein Schreiben zugegangen, in dem darauf aufmerksam gemacht wird, daß in der Nr. 143 der „Deutschen Tageszeitung" eine Reiseplauderei von Dr. Strehlke veröffentlicht wurde, welche zu der Annahme berechtigt, daß der Verfasser Genaueres über den leider noch unentdeckten Mörder des Gymnasiasten Winter in Könitz weiß. Herr Or. Strehlke schreibt nämlich: „V v r Könitz u n d seinem M ö n ch s e e, düsteren, unheimlichen Andenkens an den gemordeten G y m n a s i a st e n Winter, dessen Hinscheiden leider wenigstens gerichtlich nicht aufgeklärt ist, während der Kenner genau weiß, wie er ums Leben gekommen ist, erblicken wir nsw." Die richterlichen Behörden, denen damit der Vorwurf gemacht wird, eine Untat nicht aufgeklärt zu haben, deren Urheber jede m Kenner g e n a u bekannt sind, hätten eigentlich die Pflicht, Herrn Or. Strehlke, der nach seinen eigenen Worten wenigstens die Kenner des Mörders genau kennen muß, baldigst darüber zu vernehmen, damit entweder den Mörder die längst verdiente Strafe ereilt oder die Erfinder des Ritualmordmürchens, die unserer Kriminalpolizei einen schweren Borwurf. - machen, zur Rechenschaft gezogen werden. — Wie uns mitgeteilt wurde, ist Herrn Or. Strehlke folgendes Schreiben zugegangen.- „Sie haben vielleicht schon davon gehört, daß es verbrecherische Halunken gibt, die die Mär verbreiten und Schwache im Geiste, die sie glauben, daß die jüdische Religion oder ihre Anhänger einen Ritualmord lehren und ausüben. Aus Ihrer Notiz in Nr. 143 der „Deutschen Tageszeitung" entnehme ich nun, daß Sie Näheres über den sogenannten Konitzer Ritualmord wissen. Vielleicht dient dieses Ihr Wissen dazu, Licht über das abscheuliche Verbrechen zu breiten. Deswegen halten Sie mit Ihrer Kenntnis, bitte, nicht hinter dem Berge und lüften Sie