Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 9 (September 1911)
- Article
- Der Untergang der deutschen Juden
- Date
- 1911-09-01
- Page
- 497 (sequence 13)
- Language
- German
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Der Untergang der deutschen Juden. 4'17 Das Kapitel „Eheschließungen" enthält manche gute Bemerkung, vor altem über die Bedeutung der Spütehe und die Gründe des Rückgangs der Eheschließungen, obwohl auch hier die Berechnungsweise der Eheziffern zu wünschen übrig laßt. Immerhin ist das Kapitel lesenswert, und Theilhaber zeigt einen offenen Blick für soziale Gebrechen der deutschen Juden. Zum Schlüsse des wissenschaftlichen Teils untersucht Theilhaber die Sterblichkeit der deutschen Inden. Er konstatiert ein ständiges Herabsinken der Sterbeziffer für die Juden in Preußen von 1821/30 bis 1907 und findet dieselbe Erscheinung auch in allen übrigen Staaten. Ein weiteres Eingehen auf diese Erscheinung zeigt ihm, daß hauptsächlich die Sterblichkeit der unter 15 Jahre alten Personen sich gebessert hat, während die Sterblichkeit der über 15 jährigen nahezu konstant geblieben ist. Er schließt daraus: „Die Kindersterblichkeit ist äußerst gering und dürfte kaum mehr große Einsparungen zulassen. Sie ist *4 so groß wie bei den Christen und wohl einzig dastehend. Weitere Verbesserungen! werden wir wohl höchstens dadurch zu erwarten haben, daß die Kindersterblichkeit bei den ausländischen Juden noch gegeringer werden kann. Die Mortalität der Juden über 15 Jahre blieb seit I960 so ziemlich auf demselben Standpunkte stehen. Da aber die allgemeine Sterblichkeit sich besserte und speziell .Puch die Ziffer der Säuglingssterblichkeit zurückging, so können wir sehen, daß der Gewinnst lediglich aus der Säuglings- und Kindersürsorge entspringt, daß wir bei der Mortalität der Erwachsenen auf weitere Einsparungen kaum zu rechnen haben, im Gegenteil, daß wir froh sein müssen, wenn die Erhaltung lebensschwacher .Kinder nicht eine stärkere Sterblichkeit der Erwachsenen bedingt. Jedenfalls sind wir sehr nahe an der untersten Grenze der Mortalität. Sinken der Geburten wird nicht mehr lange durch Einsparung an der Mortalität wettgemacht werden können, und das Schlußresultat lautet: „All die Zeit hindurch ist ein Geburtenüberschuß durch das Herabsinken der Sterblichkeit erfolgt. Wir stehen aber jetzt voraussichtlich am Ende dieser Bewegung. Bon hier aus wird dem „sterbenden Simson" keine nennenswerte Hilfe mehr zuteil werden, ja wir müssen fürchten, daß das physiologische Minimum der Kindersterblichkeit die einleitende Ursache zur wachsenden Sterblichkeit