Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 9 (September 1911)
- Article
- Der Untergang der deutschen Juden
- Date
- 1911-09-01
- Page
- 496 (sequence 12)
- Language
- German
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496 Im deutschen Reich. sonen in das zeugungsfähige Alter eiurückt und der Altersaufbau pyramidal ist. Daher darf Theilhaber auch aus diesen: Grunde von dem starken Herabsinken der Geburtenziffer nicht ohne weiteres auf ein ebenso starkes Sinken der Fruchtbarkeit schließen. Nachdem Theilhaber die Entwicklung der Juden im Reich und den Bundesstaaten betrachtet hat, wendet er sich den Binnenwanderungen und dem Zuge in die Großstadt zu und faßt in zutreffender Weise die Gründe zusammen, welche zur Abwanderung der Juden aus der Ostmark geführt haben. Dann geht er über zum Geburtenzuwachs der Juden in den bedeutenderen Bundesstaaten, also zur Fruchtbarkeit im eigentlichen Anne. Dieses Kapitel nun, sowie das über uneheliche Geburten leiden vor allen: daran, daß viele Zahlen falsche sind. Theilhaber will beispielsweise nur die Lebendgeburten als Grundlage benutzen und zählt für eine ganze Reihe von Jahren für Preußen Lebend- und Totgeburten auf. Dann berücksichtigt er zumeist die unehelichen jüdischen Geburten bei der Angabe der Geburtenzahl nicht, während er auf der anderen Seite übersieht, daß in der Anzahl. der jüdischen Sterbefälle auch die unehelichen Juden mitenthalten .sind, so daß seine Angaben über den Geburtenzuwachs der Korrektur bedürfen. Aus diesem Grunde wollen wir auf das von ihm in diesen Kapiteln Gesagte nicht näher eingehe::, da die erste Voraussetzung einer, wenn auch primitiven Fruchtbarkeitsstatistik richtige Zahlen sind. Namentlich in dem Kapitel.' „Uneheliche Geburten" ist der Fehler von großer Bedeutung, da er für die Jahre 1820 bis 1865 die Zahl der unehelichen Geburten in Preußen zu niedrig angibt und aus der bei ihm unverhältnismäßig stark zunehmenden Quote der jüdischen unehelichen Geburten weitgehende Schlüsse zieht. .Vielleicht dürfte als Grund fiir die steigende Zahl der unehelichen Geburten der Umstand in Frage kommen, daß zahlreiche Ausländer, die in ihrer Heimat keine Zivilehe einge- .gangen sind, sich in Deutschland aufhalten. Ihre hier geborenen Kinder werden auf den: Standesamte als uneheliche eingetragen. Daß beispielsweise in Galizien die ungewöhnlich hohe Zahl der jüdischen unehelichen Geburten nur auf die mangelnde Zivilehe bei den Juden znrnckzuführen ist, ist hinlänglich bekannt.