Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 9 (September 1911)
- Article
- Der Untergang der deutschen Juden
- Date
- 1911-09-01
- Page
- 498 (sequence 14)
- Language
- German
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Im deutschen Reich. 4'->R der erwachsenen Klassen, sowie zur qualitativen Schädigung der Rasse ab gibt." Soweit Theilhaber. Sehen wir nun zu, ob aus den Zahlen sich mit Notwendigkeit diese Schlüsse ergeben. Zunächst fällt uns eines auf. Wenn Theilhaber bei der Betrachtung der Geburtenzahl immer von der Fruchtbarkeit der deuts chen Juden spricht, müßte er folgerichtig auch in dem Kapitel Sterblichkeit den. Versuch machen, ein Bild von der Sterblichkeit der deutschen Juden zu entwerfen. Denn in der Zahl der Sterbefalle ist ja auch die Sterblichkeit der Ausländer mitenthaltcn und demzufolge kommt in dem Geburtenüberschuß die Eigenentwicklung der d e u L s ch e lt Juden nicht richtig zum Ausdruck. Wir werden daher im folgenden darauf etwas näher eingehen. Ferner aber hat Theilhaber in diesem Kapitel nicht eigentlich die absolute Zahl der Sterbefälle als vielmehr die Sterbeziffer, d. h. die Berechnung der Sterbefülle auf 1000 Juden pro Jahr als Unterlage benützt, und diese Ziffer hat zu einer Trübung des tatsächlichen Zustandes geführt. Wenn uran nämlich die absolute Zahl der Sterbefälle ansieht, so zeigt sich ein ganz anderes Bild der Sterblichkeit. Die Zahl der jüdischen Lebendgeburten in Preußen hat von 1877 bis 1909 um 40 ° * abgenommen. Die Zahl der Sterbefülle nur um 9 °/o, ist also außerordentlich hinter der Abnahme der Geburten zurückgeblieben. Woher kommt dies? Geringere Geburtenzahl bringt bekanntlich geringere Sterblichkeit mit sich, weil ja mit der Abnahme der Säuglinge die Säuglingssterblichkeit sinkt und diese wiederum einen Hauptbestandteil der Sterblichkeit im ganzen darstellt. Worauf ist nun das viel geringere Sinken der 'Sterblichkeit zurückzuführen? Daran sind zwei Momente schuld, die Theilhaber unberücksichtigt läßt. Einmal die Abwanderung in den 80er Jahren. Sie hat auf der einen Seite ein Sinken der Geburten bewirkt, auf der anderen Seite durch den Abgang kräftiger Elemente die Sterbezahl ungünstig beeinflußt, so daß sie auf derselben Höhe blieb, ja zuweilen stieg. So ist in dem Jahrzehnt 1880/90 in Preußen die Geburtenrate um 19 % heruntergegangen, die Sterbezahl aber nur um 4,8 %. Ferner hat die Zuwanderung eine ungünstige Wirkung ausgeübt. Beispielsweise in dem Jahrfünft 1900/05 hat die Geburtenzahl um 6,5 % abgenommech