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Im deutschen Reich · 1911-09-01 · Heft 9 (September 1911) · p. 471

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 9 (September 1911)
Article
Deutschenhetze
Date
1911-09-01
Page
471 (sequence 5)
Language
German
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471 „Deutscheuheye". Fahrlässigkeit oder sogar ander besseres Wissen die jüdische Religion beschimpft und wegen -angeblicher Unmoral denunziert, ist ohne weiteres ein „deutsch-völkischer Schriftsteller." Ein „deutsch-völkischer Schriftsteller" in diesem Sinne ist aber auch gleichbedeutend mit einem „Deutschen". Alle andern sind keine Deutschen. Den Borwurs der Deutschenverfolgung in diesem Sinne nehmen wir mit derselben Ruhe hin, wie alle andern Ausbrüche des Hasses der Antisemiten gegen uns. Es wird aber gut sein, wenn die Herren sich darüber klar sind, daß die Mittel und Wege, die sie jetzt gegen das Judentum anwenden, nicht Zum Ziele führen werden. Wir werden nicht eher ruhen, als bis den „deutsch-völkischen Schriftstellern" sämtlich klar gemacht worden ist, d a ß m an doch i m 20. Jahr Hunde r t n i ch t ungestraft gegen eine B e v ö l k e r u n g s k l a s s e m i t den gröbsten lln w a h r h e i t e n v o r gehen kan n. Wenn die Herren Mut haben und wirklich von der Wahrheit ihrer Anschauungen, wie sie es im Gerichtssaal mit tönenden Worten immer anzugeben gewöhnt sind, überzeugt find, so sollen sie Nachweisen, daß Professor Hoffmann in seinem Buche „Schulchan Aruch und die Rabbineu über das Verhältnis der Inden zu Andersgläubigen" sich Fälschungen oder Jrrtümer hat zu Schulden kommen lassen. Die Herren lesen aber ein solches Buch gar nicht, denn sie wollen nicht b e l e h r t sein u n d schöpf e n i h r e K e n n t it i s s c beharrli ch a u s l ä n g st widerlegte n S ch m ä h - schriften. Keiner von denen, die da im Gerichtssaal als Angeklagte hochtönende Reden über die Unmoral der jüdischen Lehre gehalten haben, i st i n der Lage, a u ch n it r eine Seite aus dem Talmud l e s e n und v e r st e h e n zu können. Das sagt doch genug. Bon solchen Leuten brauchen aber wir Juden uns nicht beschimpfen zu lassen. Wir besitzen die Energie, den Schlichen und Ränken unserer Gegner bis zu Ende nachzugehen, und niemand wird uns abhalten, diesen Weg des Rechts auch in Zukunft zu verfolgen. Wir werden uns des Schutzes bedienen, den unsere Religion nach der Rechtsordnung genießt, und mit aller Schärfe gegen Männer Vorgehen, die nicht um das deutsche Bolk verdiente Führer oder gar Märtyrer sind, sondern die in Wahrheit sich nur damit befassen, die bürg er-

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