Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 9 (September 1911)
- Article
- Deutschenhetze
- Date
- 1911-09-01
- Page
- 470 (sequence 4)
- Language
- German
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Im deutschen Reich. 470 daher unbedingt erforderlich gewesen, entweder Herrn Professor Hoffmann oder eine andere talrnudische Autorität als Sachverständigen zu laden. Dann würde das Gericht in der Lage gewesen sein, sich ein Urteil über 'die gegen die jüdische Religion vorgebrachten Beschimpfungen zu bilden. An sich hat nach Lage der Gesetzgebung ein versuchter Wahrheitsbeweis über die angeblichen verbrecherischen Lehren der jüdischen Religion auszuscheiden, da das I n b c it t u nt als anerkannte Religionsge in eins ch a f t A n - s p r u ch auf de n g e s e tz l i ch e n Schutz g e g e n Beschimpfungen ohne weiteres hat, g l e i ch v i el w i e seine' Lehren sein möge n. Infolgedessen kommt es auf die Gutachten der Sachverständigen gar nicht an. Und doch hat das Judentum im Interesse der allgemeinen Wahrheit alles daranzusetzen, nicht nur formell eine Verurteilung der angeklagten Redakteure zu erzielen, sondern immer und immer wieder den Nachweis zu erbringen, daß der Schulchan Aruch, dieses so viel angegriffene Buch, nichts enthält, was nicht auch heute vor dem Forum objektivster Prüfung als durchaus einwandfrei bezeichnet werden muß. Nach dieser Richtung hin muß man Fritz Bley vollkommen recht geben, der in einem Aufsatz in den „Zeitsragen", Beilage zur „Deutschen Tageszeitung", vom 31. Juli d. I., schreibt: „Eine Erklärung dieser Widersprüche und Aufhellung der tatsächlichen Sachlage ist um des Judentums selbst willen zu wünschen." Es wird bei der von uns verlangten Vernehmung wirklicher Sachverständiger auch ausgeschlossen sein, daß etwa ein Staatsanwalt, wie es in dem „Hammer"-Prozeß geschehen sein soll, einen großen Teil der Ausführungen des Angeklagten über die jüdischen Lehren in seinem Plaidoyer einfach als richtig unterstellt. Damit aber dem Ganzen das Satyrspiel nicht fehle, haben die antisemitischen Blätter neuerdings begonnen, in Artikeln, überschrieben „Deutschenverfolgungen", zu behaupten, daß wir „mit andauernden: Haß unsere Hetze gegen die deutsch-völkischen Schriftsteller fortsetzen". Wenn irgend etwas für die Moral und den Anstand dieser Kreise bezeichnend ist, so ist es diese Behauptung. Jemand, der aus grober