Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 9 (September 1911)
- Article
- Deutschenhetze
- Date
- 1911-09-01
- Page
- 469 (sequence 3)
- Language
- German
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„DcmfifjoiUjeoc". 469 Theodo r Fritsch ist in zwei Prozessen zu Freiheitsstrafen verurteilt worden. Buch-Buchow wurde einmal verurteilt, vor wenigen Wochen aber freigesprochen. Zwar hat er sich nach dem Irrteil der Strafkammer objektiv einer Beschimpfung der jüdischen Religionsgemeinschaft schuldig gemacht. Es ist ihm aber „unbedenklich geglaubt worden", das; ihm eine Beschimpfung der jüdischen Religionsgemeinschaft fern gelegen habe. In allen bisherigen Verhandlungen sind Verhältnisse hervorgetreten, die ein Eingehen an dieser Stelle erforderlich machen. In Leipzig hat Herr Fritsch den Richtern nach seiner eigenen Angabe umfangreiche Ausführungen über den verbrecherischen Inhalt des Talmuds und des Schulchan Aruehs gemacht und wiederholt während der Verhandlung die gröbsten Unrichtigkeiten über das jüdische Gesetz vorgetragen. In Berlin sind zwei Sachverständige vernommen worden, 'und zwar der Professor Or. Georg Beer aus Heidelberg und Professor S t r a ck - B e r l i n. Wenn der Bericht der „Staatsbürger Zeitung", woran allerdings gezweifelt werden muß, richtig ist, so würde der Sachverständige Professor Beer gezeigt haben, daß ihm zur Beurteilung der einschlägigen Verhältnisse einfach, die nötigen Kenntnisse fehlen. Auf seine a n g e b l i ch e A u s s a g e und a u f den materiellen Teil der A n g e l e g e n h e i t werde n w i r d e m n ä ch st z u r ü ck k o m m e n. Heute aber muß bereits gesagt noerden, daß es kaum unverständlich ist, daß die Gerichte, wenn sie überhaupt auf die Erörterungen und Bestimmungen des Schulchan Arueh eingeheu, nicht wenigstens einen berufenen jüdischen Sachverständigen hören. Alles das, was von den antisemitischen Schriftstellern behauptet wird und was angeblich Professor Beer bestätigt haben soll, ist in dem Werke des Rektors des Rabbinerseminars zu Berlin, des Herrn Prof. Or. H o f f nt a n n, „Der S ch u l ch -a n A r u ch u n d die R a b b inen i't b e r das V e r h ü l t n i s de r I u d e u z u A n d e r s g l ä u b i g e n"'Z in der ausführlichsten Weise widerlegt worden. Um ein richtiges Bild zu erhalten und insbesondere die Jrrtümer des Beer'schen Gutachtens zu widerlegen, wäre es ch 2. Auflage, Berlin 1891.