Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 9 (September 1911)
- Article
- Deutschenhetze
- Date
- 1911-09-01
- Page
- 468 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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468 Im deutschen Reich. sich also wegen Verächtlichmachung der jüdischen Religion und wegen Aufreizung zu verantworten haben. Wenn der Verein der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens meint, die völkischen Schriftleiter durch derartige Ueberfälle in ihrem Kampf um die Wahrheit irre zu machen, so täuscht er sich. Wir werden nach wie vor auf das mit deutscher Kultur und Gesittung nicht verträgliche Treiben dieses Vereins und seiner Hinterleute mit Nachdruck Hinweisen. Tun wir es. nicht mehr, bringt man u n s ins Gefängnis und macht es u n s unmöglich, die Wahrheit -aufzudecken, so werden andere Kämpfer erstehen; d e r G e i st w i r d d e r gleiche bleiben. Der Verein mag den Bogen nur spannen, der a b g e s ch n e l l t e Pfeil trifft schließlich doch auf ihr: zur ü ck." Herr Theodor Fritsch in Leipzig, der Herausgeber des „Hammer", kann im Verein mit Herrn Buch-Buchow, dem Schriftleiter der „Staatsbürger Zeitung" in Berlin, sich in letzter Zeit nicht genug darin tun, „Enthüllungen" über die jüdische „Geheimlehre", insbesondere über den Schulchau Aruch dem gläubigen Publikum vorzusetzen. Sie haben mit Kraftausdrücken nicht gegeizt und die jüdische Lehre und den Gott der Juden als Inbegriff alles Schlechten, Niedrigen und Teuflischen dargestellt. Solche Dinge in die weiteste Oeffentlichkeit gelangen zu lassen, ohne den gesetzlichen Schutz in Anspruch zu nehmen,,, wäre Feigheit und Verrat an der jüdischen Sache sowie an der allgemeinen Wahrheit und Ehrlichkeit gewesen. Es ist ein trauriger Tiefstand, wenn man sehen muß, daß immer und immer wieder, lediglich um den Haß der Bevölkerung gegen die Juden zu wecken, Fälschungen fabriziert werden, deren wahrer Charakter einem jeden, der sich informieren will, nicht verborgen fein kann. Die Leute, die von der Judenhetze leben, haben aber keinerlei Interesse, die Wahrheit kennen zu lernen und ihr die Ehre zu geben. Denn dann würden sie ja der Agitationsmittel gegen die Juden beraubt werden, die sie so nötig brauchen. Da man nun fortgesetzt und beharrlich die jüdische Lehre und den jüdischen Gott mit den schwersten Beschimpfungen belegte und als auf das äußerste gefährlich für die allgemeine Moral hinstellte, konnten wir diese Denunziationen wichtiger Einrichtungen und Lehren des Judentums nicht ruhig hingehen lassen, sondern haben veranlaßt, daß die Redakteure unter Anklage gestellt wurden und der § 166 des Strafgesetzbuches zur Anwendung gebracht werden mußte.