Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1911)
- Article
- [Ohne Titel] / Hielscher
- Date
- 1911-07-01
- Page
- 450 (sequence 6)
- Language
- German
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450 Im deutschen Reich. der Redaktion des genannten Blattes eine Berichtigung, in der wir ihr mitteilten, daß Maimon nicht Jude ist, sondern von der katholischen Mission als Kind gerauft wurde und somit Katholik geworden ist. Gleichzeitig machten wir das Blatt darauf aufmerksam, daß es ein religiös gesinntes Blatt unterlassen sollte, Bekenner eines andern Glaubens durch derartige Gehässigkeiten zu verletzen. Statt der Berichtigung, die auf dieses Schreiber: zu erwarten gewesen wäre, brachte der „Patriot" an ganz versteckter Stelle am 13. Mai d. Js. folgende Notiz: „Maimon, der den Aktendiebstahl im Ministerium des Aeußeren veranlaßt hat, ist, wie uns mitgeteilt wird, zwar jüdischer Abkunft, jedoch später getauft." Die Art dieser „Berichtigung" kennzeichnet das Wesen dieses Blattes und bietet für die .Aufnahme der tendenziösen antisemitischen Nachricht eine hinreichende Erklärung. — Ein Mitglied unseres Vereins übergab dern „Genera a l -Anzeiger d e r S t a d t Franks u r t a. M." eine Annonce, in der er einen Handlungsgehilfen suchte und ausdrücklich betonte, daß Anerbieten von Mitgliedern des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Berbandes verbeten seien. Der „General-Anzeiger" lehnte die Aufnahme dieser Annonce in einer längeren Korrespondenz wiederholt ab, da er in seinem Leserkreise keine unliebsamen „Auseinandersetzungen" entstehen lassen wolle. Sehr auffällig ist die empfindsame Schonung, die der „General-Anzeiger" den: D. H.-B. bei der Aufnahme von Annoncen angedeihen läßt, wenn man berücksichtigt, wie bermtwillig er Annoncen mit der Beifügung „Christ" in seinen Spalten veröffentlicht. Offenbar glaubt der „General-Anzeiger" beu Empfindungen der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens weniger Rechnung tragen zu müssen als denen der Deutschnationalen Handlungsgehilfen, obwohl die Fernhaltung von Mitgliedern des D. H.-B. lediglich eine Abwehrmaßreget ist und sich gegen ausgesprochene Judenfeinde richtet, während andererseits die von der Bewerbung ausgeschlossenen Juden keinesfalls als „christenfeindlich" bezeichnet werden können. — Der Besitzer der Großherzogl. privit. Hof- und S t a d t a p o t h e k e in Eisenach, H. Oldenburg, hat in der „Pharmazeutischen Zeitschrift" veröffentlicht, daß er zum 1. Juli für Rezeptur- und Handverkauf einen jüngeren