Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1911)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1911-07-01
- Page
- 434 (sequence 8)
- Language
- German
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434 Im deutschen Retch. Reichs idee einordnet. Wir anderen aber haben uns durch das napoleonische Schlagwort fangen lassen. Und nun meint jedes Land, es müsse in seinen Grenzen eine nationale nnö sprachliche Ordnung schassen. Das nationale Bewußtsein bedarf einer Umbildung." Dazu bemerkt das katholische Blatt: „Das sind ganz vorzügliche Worte, und wir begrüßen: es mit Freude, sie in einem liberalen Organ zu finden. Gewöhnlich zeigen die Liberalen in politischen Fragen sehr wenig Toleranz. Wenn sich das ändern sollte, würde es von großer Bedeutung sein und aus vielen Gebieten zu einer Anmusterung zwischen Liberalen und Zentrum führen, die gar keiner „Friedenskonferenz" bedürfte, sondern von selbst zustande kommen würde." Am 12. Juni fand im Berliner Sportpalaste hex exftc deutsche ^an^atag statt. In der Eröffnungsrede führte Geheimrat Rießer u. a. aus: „Es gilt o h u e U n t e r schied d e r sozialen, w i r t s ch a s t l i ch e n u n d religiösen S t e l l u n g de m Bürgertum s eine Gleich b er e ch ti g nn g zu errin g en und ein e g ere ch t e L ast en v ert e i lun g na ch M a ß g a b e der Leist u n g s s ah i g k e i t d u r ch z u setze n. Nur eine solche Politik vermag den Frieden im Inneren und einen ehrlichen und ehrenhaften Frieden nach außen hin zu gewährleisten. Unser Ziel ist der Frieden, der aber nicht ohne Kampf erreicht werden kann. Wir wollen Vers ö h n u n g, keine Verhetz n n.g." Aehnliche Empfindungen machen sich nicht nur in Deutschland, sondern auch in den bürgerlichen Kreisen anderer Länder neuerdings geltend. Bei den am 18. Juni in. Oesterreich erfolgten Reichstagswahlen hat dadurch die christlich-soziale Partei, die Jahre hindurch die Oberherrschaft hatte und sie in vielfacher Beziehung mißbrauchte, eine schwere Niederlage erlitten. Sie büßte bei der Hauptwahl sofort 28 Mandate ein und von den in Wien zu verteidigenden 20 Mandaten fielen ihr nicht wie bei der vorigen Wahl sofort 18, sondern nur zwei 51t. Bei den Stichwahlen am 20. Juni erlitten die Ehristlich-Sozialen eine weitere entscheidende Niederlage, denn