Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1911)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1911-07-01
- Page
- 433 (sequence 7)
- Language
- German
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Umschau. 43: haben, ins Stamm buch geschrieben'. „Im allgemeinen herrscht der Grundsatz, daß die Deutschen f ü r E r w eite r u n g d e r p 01 i t i) ch e lt R e ch t e v ö 1 f t s ch e r M i n d e r h e i t e n i n f r e m d e n Länder n einzutreten haben (wenigstens dann, Menu es sich nicht um Katholiken handelt), dafür aber d e n M in 0 ritäten inner h a 1 b des De u t s ch e n R e i ch es ui ch t das in i n d e st e Z u g e st ä n d n i s m a ch e n, sondern sie zwangsweise entnationalisieren wollen/' Den nächsten Anlaß zu dieser Aeußerung über die Lntnationalisierungsxolitik hat der „Köln. Volkszeitung" ein Artikel des „Protestantenblattes" (Nr. 22) gegeben, den sie mit Freude begrüßt, ineil darin offen gegen die Ueberspannung des „Nationalismus" einmal von liberaler Seite ans Stellung genommen wurde. Sie entnimmt dem „Protestantenblatt" auch folgende Sätze: „Wir sind in Deutschland seit 40 Jahren auf dem Wege zum Einheitsstaate. Auf dem Wege sage ich-, wir sind lange nicht am Ziel. Auf diesem Wege liegen viele Hindernisse, begründet in der Geschichte und Eigenart des deutschen Volkes. Eine verfassungsmäßige Einheit, wie in Frankreich, die Einteilung ganz Deutschlands in Regierungsbezirke und Aemter ist eigentlich schlechthin unerreichbar. Aber Einheit wollen wir um jeden Preis haben. So streben wir um so eifriger nach einer völkischen Einheit. Wir verwechseln Einheitlichkeit mit Gleichmacherei und Uniformität. Sobald das letztere überspannt wird, gibt's einen Bruch, und zwar einen Bruch in dem Vertrauen auf Gerechtigkeitssinn und Billigkeit. Die zweite Ketzerei bezieht sich auf den Nationalismus überhaupt. Völkisches Empfinden ist natürlich eine starke Kraft. Wir haben einmal zu wenig davon gehabt, und es gibt auch heute noch Kreise, die wenig Achtung vor dem eigenen Volkstume haben. Aber vergessen wir nicht, wer die Nationalitätenfrage in die moderne Politik hineingeworfen hat. Der dritte Napoleon war es, der in seinem eigenen Reiche diese Frage nicht kannte und sie wie eine Drachensaat auf fremde Felder ausstreute. Nur ein kluges Volk ist nicht darauf hineingefallen: die Engländer. Sie pflegen zwar ihr eigenes Volkstum mit starker Liebe; aber sie achten auch jedes fremde, sobald es sich in die große