Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1911)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1911-07-01
- Page
- 429 (sequence 3)
- Language
- German
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Umschau. 429 „Gäste unseres Kctifers" die respektlosesten Aeußerungen der „Deutschsozialen Blätter" durch die höhnischen Worte überbietet: „Ballin, Banku nd jüdische Kreise, russische I u d enno t, Ir. Schiff und der Deutsche Kaiser! Michel, merkst du was? —" Erzielen werden die antisemitischen Terroristen mit diesen antimonarchischen Auslassungen nichts. Das ging aus folgenden Worten hervor, mit welchen der Kaiser am 20. Juni seine der H a n s a st a d t Hamburg gewidmete Ansprache schloß: „Ich freue mich, daß es mir gegönnt war, heute einmal wieder Hamburgs Staatspreis zu gewinnen und aus den Händen Eurer Magnifizenz entgegenzunehmen. Mögen diese schönen Tage, die wir zusammen feiern, uns noch oft wieder zusammenzuführen und mögen nach wie vor meine Feiertage bei ihnen ihren Anfang nehmen. Ich glaube aber, daß ich nicht schließen darf, ohne auch Ihnen, mein lieber Ballin, nachträglich sowohl in meinen: wie im Namen der Herren nochmals unseren herzlichen Dank auszusprechen für die nimmer fehlende Gastfreundschaft und für Ihre g l ä n z e n de Arb e i t in der Vertretung unseres Vaterlandes und für die geschickte Weise, in der mancher drohende Kampf umgangen und in Frieden gewandelt wurde. Möge es Ihnen auch ferner gelingen, die großen Interessen unseres Vaterlandes auf Ihre Weise zu wahren, und verderbliche Kämpfe durch Einigung in Güte beizulegen. Alles, was ich für Hamburg, feine Schiffahrt und seine Bürger auf dem Herzen habe, schließe ich ein in den Ruf: Die Hansastadt Hamburg Hurra! Hurra! Hurra!" Das Verhalten der Antisemiten ist nicht neu und nicht die Folge einer vorübergehenden Verstimmung; die Antisemiten haben ihre nronarchische Maske stets gelüftet, wenn sie ihre Parteisache dabei fördern zu können glaubten. In den „Deutschsoz. Bl." vom 30. November 1899 war in einem Epilog zu den badischen Landtagswahlen zu lesen: „Ferner ist noch erwähnenswert, daß. im Wahlkreise Karlsruhe-Land zwei Drittel der antisemitischen Wahlmänner unter Führung von Thomas Reuter für den Sozialdemokraten, die übrigen wie vorher verabredet, für den Konservativen