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Im deutschen Reich · 1911-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1911) · p. 425

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1911)
Article
Der Judenleibzoll
Date
1911-07-01
Page
425 (sequence 9)
Language
German
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Der Judenleibzoll. 425 ein wichtiges Wort mitsprach. Die Einnahme aus den Zöllen verlangte andere Deckung, - wie es bei der Aufhebung des Schutzgeldes geschah. Frankfurt hatte eine jährliche Einnahme von 25—28 000 Gulden, Darmstadt 8512 Gulden. Wohl aus eignen Mitteln setzte er beim Fürsten von Isenburg die Aufhebung des Leibzolles durch, wie es in nachstehendem^ Dekret heißt: „Schon als Erbprinz war meinem Gefühl nach die Frage, ob das Gesuch des Bittstellers der Bewilligung fähig wäre? mit einem bestimmten Ja entschieden. Meines verehrlichten unvergeßlichen Vaters Gnaden waren in manchem Gespräche mit mir darüber ganz einerley Meinung, und bei einem längeren dem Glücke aller seiner Unterthanen so ganz gewidmeten Leben, würde eine bejahende Resolution auf das Gesuch des Bittstellers nach Beseitigung aller politischen Hindernisse gewiß erfolgt sein. Ich stehe daher keinen Augenblick an, die meinem inneren Gefühl ganz entsprechende Bitte dahin zu gewähren, daß ich meiner Regierung den Auftrag ertheile, in dem nur möglichsten kürzesten Zeitraum alle dahin einschlagenden Maaßregeln zu ergreifen. I. I. Offenbach den 25ten April 1803. (L.-S.) Fürst zu Isenburg." Jetzt folgte der Kurfürst Wilhelm I. von Hessen am 23. September 1803; ferner Volrath Friedrich Carl Ludwig, regierender Graf zu Solms-Rödelheim, am 15. Oktober 1803. „Wir Volrath Friedrich Karl Ludwig Regierender Graf zu Solms Rödelheim I. I. Schon vor mehreren Jahren war es Unserer Aufmerksamkeit nicht entgangen, daß der in hiesigem Lande so wie bis dahin fast durch ganz Deutschland bestehende Judenleibzoll sowohl in Rücksicht des wahrscheinlichen Grundes seiner Entstehung als des Wertes der Erhebung, eine mit dem Geiste unserer Zeit nicht wohl erträgliche Art von Abgabe sey, und so wenig auch der Drang von allen Seiten sich vermehrender Ausgaben es räthlich zu machen schien, die Quellen der Einnahme zu vermindern, so war es doch seit jener Zeit ein bleibender Gegenstand Unseres Wunsches und Willens, jene mit gehässigen Umständen verbundene Abgabe aufhören zu lassen. Da es indessen sehr unsachgemäß und gewissermaßen

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