Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1911)
- Article
- Die Stellung der Juden im Heere
- Date
- 1911-07-01
- Page
- 400 (sequence 8)
- Language
- German
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400 Im deutschen Reich. äußerer Porteile wegen seinen Glauben wechselt. —- Es ist barm noch gesagt worden, inan dürfe in das „Wahlrecht der Offiziere" nicht eingreifen; denn das stelle eine freiheitliche und demokratische Institution dar. Das klingt wunderbar, und man traut seinen Ohren kaum, wenn man so den Königlich preußischen Kriegsminister die Selbstverwaltung und demokratische Institutionen verteidigen hört. (Heiterkeit.) Leider ist der Pferdefuß leicht zu erkennen. Noch mehr als die vermeintliche Selbstverwaltung des Osfizierkorps ist die der Städte und der S e l b st v e r w a l t u n gskö r p er die Grundlage des Staates. Ist auch hier die Regierung bereit, sich jedes Eingriffes zu enthalten? Hat sie noch niemals einen politisch mißliebigen Stadtrat oder Bditglieder der Schulkommission nicht bestätigt, hat sie stets die Selbstverwaltung heilig gehalten, oder hat sie nicht hier gesagt, Selbstverwaltung ist gut, Reaktion ist besser? (Stürmischer Beifall.) Aber, meine Damen und Herren! Wer nicht tanzen will, dem ist, nach einem alten Sprichwort, schwer pfeifen. Ich habe deshalb von den Gründen, die gegen unsere Sache vorgebracht werden, nur die fadenscheinigsten hervorgehoben. Ich betone immer und immer wieder: bei den Motiven, die dieser ganzen Sache zugrunde liegen, ist von Belehrung und Gründen nichts zu erwarten. Es handelt sich um eine Machtfrage. Wir müssen den Gegnern unseren Willen aufzwingen. Deshalb müssen die Juden, für ihr gutes und verbrieftes Recht bei jeder Gelegenheit selbstbewußt und zäh kämpfen. Nur durch unerschütterliches Zusammenstehen und eiserne Energie kann es gelingen, einen Stein aus dem Bollwerk von Selbstsucht und Reaktion zu brechen. Mit Mundspipen ist hier nichts getan, es muß gepfiffen sein. Auf einen groben Klotz einen groben Keil, auf einen Schelm anderthalbe! (Stürmischer, anhaltender Beifall.) Hierauf wurde einstimmig folgende Resolution angenommen: Im Gegensatz zu der Uebung aller anderen zivilisierten Großstaaten werden innerhalb des preußischen Heeres die Soldaten jüdischen Glaubens bei der Beförderung hinter den Bekennern christlicher Religion und hinter den christlichen Söhnen jüdischer- Eltern fortdauernd zurückgesetzt.