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Im deutschen Reich · 1911-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1911) · p. 399

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1911)
Article
Die Stellung der Juden im Heere
Date
1911-07-01
Page
399 (sequence 7)
Language
German
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Die Stellung der Juden im Heere. 399 für die Juden zu erkämpfen, wie den bunten Rock des Offiziers. Ihnen allen ist es bekannt, so unglaubhaft und lächerlich es erscheinen muß, daß man den Juden wohl für befähigt hält, Recht zu sprechen als Amtsrichter, Landrichter und Landgerichtsrat, nicht aber, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, a l s R t cf) t c r a m O b e r l a n d e s g e r i ch t. Das heißt: Recht sprechen darf er auch dort, aber nur als Hilssrichter; gilt es dagegen, ihm auch Titel, Rang und Einkommen zu verschaffen, dann mit einem Mal ist es nichts mehr damit; er hat seine Schuldigkeit getan und kann gehen oder auf seinem Posten bleiben und muß sehen, wie andere, sehr häufig zu ihrem eigenen Bedauern, ihm vorgezogen inerden. Hierfür werden keine Gründe angegeben, und die Sache ist so absurd, daß sie auch wohl nicht angegeben werden können. Aehnlich steht es mit Universitätsstellungen, wie das Beispiel eines Mannes wie Weigert zeigt. Das sollten die Juden bei den'Sammlungen für die F r a n k s u r t e r U n i v e r s i t ä t bedenken und dafür sorgen, daß volle Gleichberechtigung herrscht, damit sie zürn Schaden nicht den Spott haben. (Stürmischer Beifall.) Der wirkliche Grund der Zurücksetzung der Juden bei Einstellung, im Zivil- und Heeresdienst liegt darin, daß diejenigen, die gewohnt sind, die Stellen des Staates für sich in Anspruch zu nehmen, sich weigern, anderen Zutritt zu gewähren, die sie selbst, wenn sie deren Leistungen gerecht beurteilen, als g e s ä h r l i ch e K o n k n r r e n t e n ansehen 'müssen. Oder, um es noch deutlicher zu sagen, dieser praktische Antisemitismus beruht in letzter Linie aus ganz gewöhnlichein Neide und ganz gewöhnlicher Selb st s it ch t. (Zustimmung.) Der sogenannte „gemeine Mann" bedankt sich für die Ehre, den Vorwand für diese Selbstsucht zu liefern. Nicht der „gemeine Mann" ist es, der der Gleichberechtigung der Juden widerstrebt, sondern die gemeinen Leute. (Heiterkeit und Beifall.) Tausendfache Beobachtungeil beweisen, daß der sogenannte „gemeine Mann" weder Abneigung noch Neid, noch Respektlosigkeit gegenüber seinen jüdischen Mitbürgern kennt. Diese fängt erst an, wo Neid und g e s e l l s ch a f t - f i cf) e Ueberhe b u n g in Frage kommen. (Beifall.) Auch erscheint es merkwürdig, daß der sogenannte „gemeine Mann" diesen Respekt mit einem Mal gewinnen soll, wenn der Jude

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