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Im deutschen Reich · 1911-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1911) · p. 397

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1911)
Article
Die Stellung der Juden im Heere
Date
1911-07-01
Page
397 (sequence 5)
Language
German
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Dil? Stellung der Juden im Heere. 397 Die Juden Frankfurts haben stets ihren Stolz darein gesetzt, nicht nur die Pflichten, die das Gesetz ihnen auferlegt, gegen das Land und die Stadt getreulich zu erfüllen. Sie haben sich auch, wo immer es galt, Opfer zu bringen, besonders bei Werken der Wohltätigkeit, stets an die erste Stelle gestellt. Das ist so bekannt und allgemein anerkannt, daß unsere christlichen Mitbürger, wenn sie irgendwo für eia solches Werk Opfer und Unterstützung brauchen, sich in erster Linie mit an uns Juden wenden. Doppelt schmerzlich muß es deshalb sein, daß auch hier in unserer Stadt eine Reihe unserer angesehensten Mitbürger, tadellose Männer in beruflicher und sonstiger Lebensführung, ausgezeichnete Soldaten, während ihrer Dienstzeit sich die kränkende und schmähliche Zurücksetzung gefallen lassen mußten, von der wir heute gesprochen haben. Doppelt schmerzlich ist die Zurücksetzung deshalb, weil in früheren besseren Zeiten die Frankfurter Juden als Offiziere Tüchtiges, ja Hervorragendes geleistet haben. Ich weiß, daß ich an mancher Stelle anstoße, wenn ich das, was die Juden Frankfurts geleistet, so hervorhebe, denn es gibt eine große Klasse unter unseren Glaubensgenossen, die aus bester Absicht heraus, aber wohl noch unter dem Drucke einer Angst, die jahrhundertelange Verfolgung nur gar zu leicht erzeugt, der Ansicht sind, für den Juden sei das beste, nur immer sich zu du ck e n , nur nichts von seinen Leistungen zu sagen, kurzum, wie ein altes Sprichwort sagt, sich nicht grün zu machen, damit ihn nicht die Ziegen fressen. Mit voller Absicht und in vollem Bewußtsein setze ich mich zu dieser Anschauung in Widerspruch und würde es für ein großes Unheil halten, wenn sie auch nur in irgend welchen: Maße die Entschließungen der organisierten Juden beeinflussen sollte. In den Zeiten des Pressekampfs und des allgemeinen Wahlrechts ist es verkehrt, sein Licht unter oen Scheffel zu stellen. Wir wollen ja keine Vorrechte, keine Sondervorteile, wir wollen n u r unser g u t e s R echt: deshalb können wir getrost auf das, was wir leisten, Hinweisen. Wir sollten von unseren ärgsten Gegnern, den Agrariern, lernen. (Zustimmung.) Hütten die Juden den Einfluß, den sie besitzen, rechtzeitig in die Wagschale geworfen und nicht immer gegeben, ohne je eine Forderung zu stellen, so hätte nach meiner festen Ueberzeugung niemals

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