Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1911)
- Article
- Die konfessionelle Hetze der deutschen Agrarier
- Date
- 1911-07-01
- Page
- 390 (sequence 7)
- Language
- German
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390 Jur deutschen Reich. lung der Bund der Landwirte im vorigen Jahre Herrn Dr. Roesicke delegierte, verdankt seine Entstehung, wie die agrarische Presse ja selbst seinerzeit nritgeteilt hat, der Initiative eines jüdischen Landwirts, des Amerikaners Lnbin. Die bedeutendste und segensreichste Erfindung, die im letzten halben Jahrhundert auf dem Gebiete der Agriknlturchemie überhaupt gemacht worden ist, die Nutzbarmachung der sogenannten Abraumsalze, also die Gewinnung von Kali, hat die Landwirtschaft dem jüdischen Chemiker Prof. Dr. Adolf F r a n k zu verdanken. Das Kali ist heut das wichtigste und wertvollste Düngemittel der Landwirtschaft, ohne das sie überhaupt nicht existieren könnte. Nebenbei bemerkt würde auch der Bund der Landwirte schon längst wirtschaftlich bankerott gemacht haben, wenn ihm nicht aus seinen Verträgen mit dem Kalisyndikat — d. h. einer von einem Juden begründeten Industrie — Hunderttausende von Mark an sogenannten „Propagandageldern" zugeflossen wären, die, wie die „Mitt. d. B. d. 8." selbst zugestanden haben, mit dazu verwendet wurden, „Einfluß auf Gesetzgebung und Staatsverwaltung" zu gewinnen, d. h. die politischen A g i t a t i o n s k o st e n des Bundes zu best reiten. Ein neues Verfahren, um den Stickstoff der Luft zur Herstellung wertvoller Verbindungen zu benutzen, die für die Landwirtschaft von großer Tragweite sind, hat der Leiter des neuen physikalisch-chemischen Forschungsinstitutes, Prof. Fritz Haber, entdeckt, der ebenfalls als Jude geboren ist. Die besondere Bedeutung der Haberschen Entdeckung besteht darin, daß die Hauptmasse der Stickstofsverbindungen von der Landwirtschaft als künstlicher Dünger verwendet wird. Und noch eine, von dem Bund der Landwirte und insbesondere Herrn Dr. Hahn jetzt mit Feuereifer vertretene Neuerung auf dem Gebiete der E n t s ch u l d u n g des l ü n dlichen Grundbesitzes ist der Anregung eines jüdischen Versicherungstechnikers zu verdanken. Der Gedanke, die Entschuldung des ländlichen Grundbesitzes durch Verbindung mit einer Lebensversicherung zu fördern, ist zum ersten Male von dem Direktor der Rheinischen Hypothekenbank, dem (jüdischen) Geh. Rat Felix Hecht in Mannheim zur öffent-