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Im deutschen Reich · 1911-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1911) · p. 391

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1911)
Article
Die konfessionelle Hetze der deutschen Agrarier
Date
1911-07-01
Page
391 (sequence 8)
Language
German
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Die konfessionelle Hetze der deutschen Agrarier. 191 Lichen Diskussion gestellt und von der ersten, auch von den Agrariern anerkannten Autorität auf diesem Gebiet, dem Generaldirektor der Ostpreußischen Landschaft, Geh. Rat Kapp, als gangbarer Weg anerkannt worden. Es gehört zu den heiteren Kapiteln der agrarischen Geschichte, daß, wie der „Hannov. Kur." mitteilte, am 15. Februar d. I. zu Hannover Herr Dr. Diederich H a h n, natürlich unter Seitenhieben auf Judentum, Banken und Liberalismus, sich die Reformgedanken des jüdischen Bankdirektors und des liberalen Professors zu eigen machte und mit dem immer schönen Pathos vertrat. Möge die „Deutsche Tageszeitung", die ja noch etwas auf historischen Sinn hält, nicht versäumen, den germanisch-konservativen Grundgedanken dieser neuen Agrarreform herauszufinden. So bekundet sich also in der Praxis die angebliche Landwirtschaftsfeindschaft der Juden! Ob nicht doch manch einem antisemitischen Hetzapostel des Bundes der Landwirte die Schamröte ins Gesicht steigen würde, wenn er in einer Stunde ruhiger Ueberlegung sich diese Zusammenhänge klar machen wollte? Den Katholiken und dem Zentrum stand, wie bereits erwähnt, der B. d. L. früher zeitweilig ebenfalls mit feindseligem Mißtrauen gegenüber. Herr von Ploetz hatte 1895 in Danzig erklärt: „Das Zentrum muß gesprengt werden", und Herr von Wangenheim beschwerte sich in der Breslauer Provinzialversammlung am 12. Januar 1903 bitter darüber, daß „ein großer Teil der Zentrumspresse den Bund in viel gemeinerer Weise bekämpft als die Freisinnigen und Sozialdemokraten." Auch der kuror proteZtanticus hat Herrn Dt. Oertel schon manchen schlimmen Streich gespielt. Das fatale Wort von dem „eintönigen Murmeln der Gebete" ist ihm noch keineswegs in allen katholischen Kreisen, wie sehr er sich auch an das Zentrum in jüngster Zeit anzubiedern gesucht hat, vergessen worden, ebensowenig das einst in der „D. T.-Ztg." erschienene „M i st k ä f e r g e d i ch t", das folgende Strophe enthält: „Was für Gewürm umkriecht dich, Heldengreis? Blutrot und schwarz — so sind die Fenerwanzen!

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