Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1911)
- Article
- Die konfessionelle Hetze der deutschen Agrarier
- Date
- 1911-07-01
- Page
- 387 (sequence 4)
- Language
- German
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Die konfessionelle Hetze der deutschen Agrarier. 387 voll Oldenburg-Jannschau, von Bodelschwingh-Schwarzenhasel o tu.tti quanti aus diesem Gebiet immer erfolgreichere Konkurrenz machten, und da er, Urie er einmal erklärte, es wohl nicht mehr nötig habe, seine erprobte antisemitische Gesinnung immer aufs neue zu beweisen. Die antisemitische Note spielte schließlich in der alljährlichen Zirkus Busch-Kako- Phouie eine so hervorragende Rolle, daß die regelmäßigen Teilnehmer in der vorjährigen Generalversammlung (1910) ungeduldig wurden, da das ersehnte Stichwort zu lange ans sich warten ließ, und ihrerseits an einer ganz lai]cßeit Stelle mit dem Zwischenruf: „die Juden" einsetzten, worauf Herr Dr. Hahn unter großer Heiterkeit erklärte: „Das ist zu früh, meine Herrschaften!" Auch in der letzten Generalversammlung im Berliner Sportpalast streute Herr Dr. Hahn seine antisemitischen Witze tit verschwenderischer Fülle aus. Zuweilen klappte freilich die Regie nicht ganz. Die über ben ganzen Saal verteilten Chorführer, die Herrn Dr. Hahn die Zwischenrufe apportieren mußten, auf die der Herr Bundesdirektor sofort mit einem „schlagfertigen" Witzwort antworten fouittc, hatten ihre Stichln orte nicht immer präfent; bleiches Entsetzen aber packte die nähere 'Umgebung, als ein Armer int Geiste oder ein tückischer Witzbold Plötzlich an der Stelle, wo Herr Dr. Hahn den Zwischenruf „Judengelder" hören wollte, das ominöse Wort „Kaligelder" ertönen ließ. Bei Erwähnung des Deutschen Bauernbundes spielte sich folgende vorher einstndierte Szene ab: „Wer sind seine Hintermänner? Mit feinem Beitrag von 1 M. kann er seine Agitation nicht treiben. Er braucht Gönner. (Zuruf: Jude n!) Es wird sicherlich mancher Jude dabei sein. (Stürmischer Beifall.) Aber ein Jude ist viel zu schlau, um sein Geld direkt in die Kasse des Bauernbundes zu zahlen. Aber es gibt ja doch Strohmänner, wirkliche Landwirte sind nicht darunter. (Zurufe: Schieber, Landwirt Becker!) Herr Becker cntftamnit dem Judentum, er ist ein Sohn des alten Becker, des Bernstein-Becker. Wenn auch Juden leider Grund unb Boden bei uns erwerben dürfen (Zuruf: Leider!), so sind sie noch lange keine Agrarier. (Lebhafter Beifall.)" ö