Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1911)
- Article
- Unsere Propaganda
- Date
- 1911-07-01
- Page
- 379 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Unsere Propaganda. 379 ein Moses 40 Jahre gebraucht, um aus dem jüdischen Sklavenvolke kämpfende Männer heranzubilden' Aber alle Erfolge, die wir schon in dieser Hinsicht erreicht haben, dürfen uns nicht darüber hinwegtäuschen, was noch zu tun ist, dürfen uns nicht in die gefährliche Meinung versetzen, als sei nun genug getan und es benötige nicht mehr des wichtigsten Mittels unserer Propaganda, der Versammlungen, weil jetzt schon „alle überzeugt sind". Wie im menschlichen Körper sich fortwährend die einzelnen Teile neu bilden und ändern, so ist auch der Volkskörper stets Aenderungen und Neubildungen unterworfen. Deshalb muß immer wieder von neuem auf die Masse eingewirkt werden, um ihr Interesse wachzuhalten, um sie zu unterrichten, und deshalb sind möglichst viele Versammlungen nötig, selbst wenn es sich nicht auch darum handelte, die unzähligen Gleichgültigen heranzuziehen, welche noch untätig zusehen, wie andere sich für sie mühen. O nein, nicht bloße Paradeleistungen sind es, für welche so viele Männer ihre beste Kraft einsetzen, es sind sehr praktische Ziele, die dadurch erstrebt und glücklicherweise auch erreicht werden. Und doch liegt dem Bedenken, daß wir in unseren Versammlungen nur Gesinnungsgenossen vor uns haben, eine richtige Empfindung zugrunde. Es ist wahr: wir können unser Endziel nicht erreichen, ivenn wir immer nur zu Juden sprechen. Denn da nicht die Macht, sondern nur das Recht unsere Waffe ist, so hängt der Enderfolg eben davon ab, daß wir auch unsere christlichen Mitbürger zu Freunden unserer Sache machen. Daraus folgt aber nicht, daß Versammlungen und sonstige Propaganda nunmehr als überflüssig anznsehen sind, sondern nur, daß sie nicht genügen, daß wir uns also keineswegs darauf beschränken dürfen, nur unter Juden aufklärend und belehrend zu wirken. Wir müssen an die christlichen Volksgenossen heran: genau so, wie wir unter uns selbst agitieren, müssen wir es auch bei jenen tun. Zahllos sind diejenigen, welche von einem solchen Vorgehen nichts wissen wollen.. Immer noch glauben sie, daß dadurch das friedliche Zusammenleben mit der christlichen