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Im deutschen Reich · 1911-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1911) · p. 378

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1911)
Article
Unsere Propaganda
Date
1911-07-01
Page
378 (sequence 3)
Language
German
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378 Im deutschen Schritt für Schritt die Entrechtung der Juden vorbereiten, sie wirtschaftlich und gesellschaftlich immer mehr einengen. War es ein Wunder, daß da die Abfallsseuche fortgesetzt größere Opfer forderte? Wo der innere Halt fehlt, da werden schwache Charaktere nur zu bald durch die materiellen Vorteile der Taufe zur Fahnenflucht verleitet. Wie sieht es jetzt aus? Wenn heute jener alte Bolkslehrer seine weisen Augen noch einmal öffnete, er würde nicht mehr fragen, ob denn die Rabbiner allein alles machen müßten; er würde vielleicht im Gegenteil manchem Rabbiner den nicht unverdienten Vorwurf machen, daß er nicht genug für das Judentum tue, weil er, lediglich seinen Berufspflichten obliegend, sich den Forderungen des praktischen Lebens verschließt, weil er abseits von der mächtig flutenden jüdischen Bewegung steht und sich von den Laien seiner Gemeinde an tätigem Interesse für das Wohl des Judentums überflügeln läßt. — Wohl bleibt noch viel zu tun — innerlich und äußerlich —, aber ungerecht wäre es, leugnen zu wollen, daß die heutigen Zustände gar nicht mit denen jener früheren Zeit zu vergleichen sind, daß die Juden der Gegenwart mehr und mehr beginnen, als aufrechte, ihres Wertes sich bewußte Männer für ihre Menschenrechte einzutreten, daß sie nicht mehr glauben, durch Leisetreterei unserer Gemeinschaft zu nützen, daß sie sich nicht mehr scheuen, eine Katze eine .Katze zu nennen, indem sie den aus selbstsüchtigen Motiven abtrünnigen Juden so bewerten, wie er es verdient. Ist das nicht schon ein nicht hoch genug zu veranschlagender Erfolg? Man hat mit Recht den Antisemitismus eine Bolkskrankheit genannt. Nun wohl, wer eine Krankheit heilen Null, muß zuerst die Gesundung der inneren Organe anstreben. Deshalb haben alle, die sich der Bekämpfung des Antisemitismus widmeten, vornehmlich also der Central- Berein, mit gutem Grunde in erster Linie das Schwergewicht auf die moralische Hebung des inneren Menschen im Juden gelegt. Und ihre Arbeit war, wie gesagt, nicht vergebens. Was es heißt, eine große Masse aufzurütteln, ihr Interesse für ideale Ziele bis zu energischer Mitarbeit wachzurufen, dafür gibt uns das klassische Beispiel die Bibel: Hat doch

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