Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1911)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1911-06-01
- Page
- 360 (sequence 15)
- Language
- German
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360 Im deutschen Reich. anlaßt, uns an den Gemeinde-Vorstand von Großtabarz mit einer Anfrage zu wenden, die wie folgt beantwortet wurde: „Antwortlich Ihres Geehrten vom 10. d. M. teilen wir Ihnen mit, daß hier kein offizielles Dorfverbot wegen Aufnahme von Juden je bestanden Hat, noch besteht. Einzelne Pensionshäuser und Hotels nehmen wohl nur christliche Familien auf; dies ist. jedoch nur eine vollständige Privathandlung der einzelnen Pensionshausbesitzer und Hoteliers." — An Herrn Geheimen Justizrat L u d e w i g in Stettin haben wir am 11. April nachstehende Anfrage gerichtet: „Wie wir aus der „Kamminer Kreiszeitung" Nr. 75 vom 29. März ersehen, hat am Sonntag, den 26. d. M., in Kammin eine nationalliberale Versammlung stattgefunden, in der Herr Hauptmann a. D. v. Puttkam er als Kandidat stür die nächsten Wahlen vorgestellt wurde. Nach dem Referat des genannten Blattes soll Herr v. Puttkamer bei Charakterisierung der verschiedenen Parteien etwa gesagt haben: mit dem Freisinn könne er sich nicht befreunden, den Lesern des „Berliner Tageblattes", den jüdischen Leuten. Diese Zeitungsnachricht veranlaßt uns, an Ew. Hochwohlgeboren die ergebene Anfrage zu richten, ob die Aeußerung in der Tat gefallen ist und bejahendenfalls, ob sie von dem Herrn Kandidaten aufrechterhalten wird. Es hat in den Kreisen dortiger jüdischer Wähler Befremden erregt, daß in wegwerfender Art von ihnen gesprochen worden sein soll, in einem Augenblick, in dem die nationalliberale Partei auf ein Zusammengehen mit dem Freisinn und auf die Stimmen jüdischer Wähler, auch derjenigen, welche der nationalliberalen Partei organisiert angehören, bei anderen Gelegenheiten öffentlich Wert legt." Darauf hat Herr Geheimer Justizrat Ludewig am 18. April erwidert: „Die „Kamminer Kreiszeitung" hat die Rede des Herrn v. Puttkamer in vielfacher Weise falsch wiedergegeben, und ist deshalb schon von ihm, allerdings vergeblich, aufgefordert worden, eine Berichtigung zu bringen. Ich bin selbst in der Versammlung gewesen und habe die von Ihnen mit Recht gerügte Aeußerung nicht gehört. Nach eingezogener