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Im deutschen Reich · 1911-06-01 · Heft 6 (Juni 1911) · p. 354

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 6 (Juni 1911)
Article
[Ohne Titel]
Date
1911-06-01
Page
354 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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354 Im deutschen Reich. erscheinenden JulihefL einen ausführlichen Original- Bericht zu veröffentlichen, der uns von berufener Seite zugegangen ist, aber in diesem Heft wegen Platzmangels nicht mehr in unverkürzter Weise Aufnahme finden konnte. — Die am 3. Mai im Terrassensaale der SLadthalle zu M a i n z abgehaltene Central-Vereins-Versammlung wurde von Herrn Rabbiner Dr. Salfeld geleitet, der die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste daran erinnerte, daß am 10. Mai 40 Jahre verflossen sein würden, seit in Frankfurt der Friede nach Erfolgen abgeschlossen wurde, an denen die jüdischen Glaubengenossen keinen geringen Anteil hatten, Er erteilte alsdann das Wort Herrn Dr. med. M ai n z er aus Frankfurt, der erst jüngst in seiner Vaterstadt die glanzvolle Versammlung geleitet hatte, die sich mit der Zurücksetzung im Heere beschäftigte. Besonders interessant war, was der Redner unter vielem anderen über die Zurücksetzung der Juden sogar auf dem Gebiete der Medizin zu sagen wußte. Selbst in Frankfurt ist seit 12 Jahren kein Jude mehr am städtischen Krankenhause angestellt worden. Dabei habe das Judentum zu seinen früheren Berühmtheiten erst jetzt wieder einen Ehrlich hervorgebracht. Wie töricht handeln doch die Regierungen, daß sie die wertvollsten Kräfte vom Lehrstühle ausschließen. Ehrlich mußte auf die Liberalität großherziger Frankfurter Glaubensgenossen angewiesen sein, um seine Forschungen durchzuführen, ebenso sein berühmter Schwager, der Pathologe Weigert. Auch in der Mathematik, der Technik und bei dem Privatdozententum sei die Sachlage für Juden ebenso trostlos. Chemische Fabriken nehmen kaum noch Juden an, selbst die nicht, die von Juden begründet wurden. Um Elchen Zuständen zu begegnen, müßten die Juden sich im Central- Verein zusammenschließen, Mut und Stolz müssen die Devise der deutschen Juden sein. Der Syndikus des Central-Vereins, Herr Rechtsanwalt Dr. Lud w i g Holländer-Berlin, sprach über das Zusammenwirken der Massen und gab Beispiele, ime gegen antisemitische Neigungen in Zeitungen. Schulen, Vereinen gekämpft werden solle. Er brandmarkte die Fahnenflucht aus dem Judentum. Speziell gegen die Mainzer Täuflinge aus äußeren Gründen fand Herr Rabbiner Dr. S al - selb recht kräftige Worte. Herr Rosenthal wünschte die

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