Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1911)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1911-06-01
- Page
- 342 (sequence 11)
- Language
- German
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;-:42 Im deutschem Reich. Anstellbarkeit der Juden aus. Obgleich — ober soll man auch hier sagen, weil damals sogenannte „liberale" Minister am Ruder waren! Aber nun geschah das wund er - b ax e. D er König w ar mit diesem Beschluß nicht e i n v e r st ande n. Er schickte ihn unter Darlegung seiner Bedenken an das Staatsministerium zurück und verlangte eine nochmalige Prüfung der Angelegenheit. Dazu ist es dann anscheinend nicht mehr gekommen. Infolge der immer scharfer gewordenen innerpolitischen Berhältnisse wurde die Aufmerksamkeit der Minister auf andere Gebiete gedrängt." Diese „innerpolitischen Verhältnisse" mögen es auch jetzt sein, die den obersten Kriegsherrn in Preußen verhindern, der Zurücksetzung der Juden i m Heere ein Ende zu machen, trotzdem der Kaiser, als ihm der Kriegsminister v. Einem einen Fall der R i ch t b e f ö r d e r u n g meldete, gesagt haben soll, das tue ihm sehr leid, denn die Konfession dürfe dabei keine Rolle spielen." Solange die Konservativen im Bunde mit dem Zentrum in den Parlamenten die Situation beherrschen, ist eben an eine Besserung der innerpolitischen Berhältnisse nicht zu denken und wird die Regierung die „Judenfrage" als quantite negligeable" weiter behandeln. Am 7. Mai hat eine in Köln veranstaltete Versammlung der Konservativen gezeigt, daß diese auf bas Bündnis mit berrt Zentrum die größten Hoffnungen setzen. Der Reichstagsabgeordnete und Präsident des Abgeordnetenhauses v. Kröcher griff.als Hauptredner das Verhalten des Fürsten Bülow gegen das Zentrum in schärfster Weise an und pries diese Partei, die im Bunde mit den Konservativen die Finanzreform in selbstloser Weise zustande gebracht habe. Seine Freunde könnten ebensogut mit den Katholiken gehen, wie sie einst nichts dabei gefunden hätten, sich der Führung Stahls, eines geborenen Juden, anzuvertrauen. So könnten sie nicht siegestrunken, aber gutes Mutes den bevorstehenden Wahlen entgegensehen. Nach Kröcher, der mit richtigem Verständnis für die Stimmung der Rheinländer sich gegen jede konfessionelle Hetze geäußert hatte, sprach Dr. Diedrich Hahn, der Vertreter des Bundes der Landwirte. Er erregte dadurch, daß er seine