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Im deutschen Reich · 1911-06-01 · Heft 6 (Juni 1911) · p. 340

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 6 (Juni 1911)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1911-06-01
Page
340 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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Im deutschen Reich. 340 gelegentlich auszeichnet. Dieses Antisemitenorgan, bei dem nur der Judenhaß echt, die Königstreue aber durch unbedingte Unterwerfung des Monarchen unter den antisemitischen Terrorbedingt ist, phantasierte am 17. August vorigen Jahres in einer Besprechung der bevorstehenden Weltreise des Kronprinzen, von einer Kamarilla der Bank- und Börsenjuden, der Reisebegleitung, mit der sich Wilhelm II zu umgeben geruht." Schon im Jahre 1908 hatte der Herausgeber des antisemitischen „Hammer", Th. Fritsch, gewagt, „von Seitensprüngen des Kaisers", zu schreiben, die „einigermaßen paralysiert werden müßten, um fremden Mächten das rechte Verständnis für die Sachlage beizubringen." Solche respektlosen Aeußerüngen, die man bei Sozialdemokraten unverzeihlich finden würde, gelten bei den Antisemiten als „Männerstolz vor Königsthronen" und werden ihnen von ihren konservativen Gönnern nicht weiter übel genommen. Die Aristokraten finden auch nichts dabei, wenn die Antisemitenpresse Zukunftsmusik aufspielt und künstlich dem D e u t s ch e n K r o n p r i n z e n eine Gesinnung oder eine Geschmacksrichtung beilegt, die mit den Anschauungen seines Vaters im schroffsten Widerspruch steht. So behauptet z. B. die „Staatsbürger-Zeitung" in einem Geburtstagsartikel von dem Kronprinzen flottweg: „Er sehnt sich mit uns nach Betonung unseres deutsch-nationalen Volkstums im Gegensatz zu den internationalisierenden Bestrebungen, die unsere gesunde völkische Eigenart zu verwischen drohen." Dabei wiederholt sich ja nur das alte Spiel, an dem auch hochkonservative Männer sich einst beteiligten, als man den jetzigen Kaiser, den damaligen Prinzen Wilhelm, zum Besuch der Waldersee- Versammlung und engeren Berührung mit dem „Vater des Antisemitismus", Adolf Stöcker, veranlaßte. Der Sohn Kaiser Friedrichs war aber schon damals gegen diesen Zauber gefeit und weiß jetzt, reif an rechten Erfahrungen, den eigenen Sohn vor Einflüssen einer sich an ihn heranfchmeichelnden, rückständigen Umgebung zu schützen. Das weiß selbst die „Staatsbürger-Zeitung", denn sie sagt: ,,Der Major geht nach Danzig, um der Fahne zu dienen. Danzstg ist kein Potsdam; es ist Boden der Ostmark, Boden, der einst heiß umstritten wurde und von dem aus noch heute die beste Gelegenheit gegeben ist, völkische Eigenart zu er-

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