Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1911)
- Article
- Bericht des Vorstandes über seine Tätigkeit in der Zeit vom Februar 1909 bis Februar 1911
- Date
- 1911-06-01
- Page
- 316 (sequence 6)
- Language
- German
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316 Im deutschen Reich. sei es sogar in eigentlichen Schulbüchern, vorfinden, wahrend auch eine große Anzahl von Büchern, die als Geschenkwerke angepriesen werden, einen stark antisemitischen Inhalt haben. Es ist in einer ganzen Reihe von Fallen gelungen, die Herausgeber der Bücher zur Abänderung der betreffenden Stellen zu veranlassen oder aber eine diesbezügliche Ausmerzung herbeiznführen oder endlich für die Entfernung solcher Bücher aus Bibliotheken zu sorgen. Soweit man urteilen kann, befindet man sich erst im Anfänge der diesbezüglichen Tätigkeit. Vielfach haben infolge der weit verbreiteten Furcht Eltern noch nicht den Mur gefunden, die Ortsgruppen des Vereins auf Mißstünde nach dieser Richtung hin aufmerksam zu machen. Meistens ist es erst nach Abhaltung von Dorträgen gelungen, die Leute zum Sprechen zu bringen. Es wird erforderlich sein, daß die Ortsgruppen nach dieser Richtung hin eine recht intensive Tätigkeit entwickeln. 8) V e r b r e i t u n g objektiver Literatu r. Um die Wahrheit über das Judentum zu verbreiten, insbesondere die so vielfach ans Unkenntnis hervorgehenden Entstellungen über das jüdische Religionsgesetz zu beseitigen, ist das Buch des Prof. Dr. Hoffmann „Der Schulchan Aruch mtb das Verhältnis der Rabbinen zu Andersgläubigen" in einer großen Anzahl von Exemplaren verbreitet worden, ebenso wie die Schrift von Cornill „Das alte Testament und die Humanität" und der Artikel von Gustav Freytag „lieber den Antisemitismus, eine Pfingstbetrachtung". Der Verein ist dabei von der Erwägung ausgegangen, daß es darauf ankommt, den Inhalt dieser Bücher einem möglichst großen Leserkreis zugängig zu machen. Deshalb sind Volksbibliothekeu, die sich verpflichtet haben, die Bücher in den Lesesälen auszulegen, bevorzugt worden. Nach dieser Richtung hin wird der Vorstand weiter tätig sein. Zurzeit stehen dem Verein die gesammelten Schriften des Fabrikbesitzers Gustav Levinstein-Berlin, die sich besonders gegen die Taufe aus äußeren Gründen wenden, zur Verfügung und werden die weiteste Verbreitung finden. 9) Politische Wahlen. Bei den Nachwahlen hat der Verein sich insbesondere in finanzieller Beziehung beteiligt und dazu beigetragen, durch seine und Der Ortsgruppen Tätigkeit die erfolgte Schwächung der Antisemiten