Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1911)
- Article
- Bericht des Vorstandes über seine Tätigkeit in der Zeit vom Februar 1909 bis Februar 1911
- Date
- 1911-06-01
- Page
- 317 (sequence 7)
- Language
- German
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Bericht des Vorstandes über seine Tätigkeit usw. 317 mitzuerreichen. Ueber sein Vorgehen bei den kommenden Reichstagswahlen ist in der Hauptversammlung gesprochen worden. 10) R e ch t s s ch utz t ä t i g k e i L. In allen Fällen, in denen Juden um ihres Judentums willen angegriffen wurden, wurde unentgeltlicher Rat und erforderlichenfalls finanzielle Beihilfe gewährt. Wenn die diesbezügliche Tätigkeit unseres Vereins im ganzen nicht abgenommen hat, so ist das wohl darauf zurückzuführen, daß durch die Tätigkeit unseres Vereins die Aufmerksamkeit der deutschen Juden auf die Pflicht der Selbstwehr in erhöhtem Maße geweckt wurde, während inan im allgemeinen ein gewisses Abflauen grober antisemitischer Angriffe auf Einzelpersonen im Vergleich zu früher unzweifelhaft feststellen kann. In der Frage der Reform des Bundes- und Staatsangehörigkeiksgesetzes ist eine von dem Central-Verein und dem Verband der Deutschen Juden gemeinschaftlich eingesetzte Kommission tätig gewesen, die an die gesetzgebenden Körperschaften mit einer Eingabe herangetreten ist. Alle eingegangenen Beschwerden über die Zurücksetzung der Juden vom Schöffen- und Geschworenendienst wurden in zweckmäßiger Weife erledigt. Infolge der dauernden Beschäftigung juristisch vorgeschulter Kräfte auch im Bureau waren Sitzungen der Rechtsschutzkommission nicht mehr erforderlich. Die diesbezüglichen Arbeiten sind durchweg auf dem Zirkular w e g e zur Erledigung gebracht worden. 11) Militäris ch e A n g e l e g enh eite n. Betreffs der Zurücksetzung der Juden im Heere sind von uns mehrfach teilweise in Gemeinschaft mit dem Verband der Deutschen Juden Protestversammlungen abgehalten worden. Alle uns gemeldeten Einzelfälle wurden zur parlamentarischen Verwertung weitergegeben und in Eingaben an den Kriegsminister verfolgt. Besondere Aufmerksamkeit mußte der Tatsache zugewandt werden, daß die Behandlung jüdischer Soldaten, die nicht einjährig dienen, vielfach zu erheblichen Bedenken Anlaß gegeben hat. Unsere Ortsgruppen werden nach dieser Richtung hin besonders aufmerksam sein müssen, um dafür Sorge zu tragen, daß die jüdischen Soldaten nach keiner Richtung hin, insbesondere auch nicht seitens ihrer Kameraden, antisemitischen Angriffen ausgesetzt sind. Wir