Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1911)
- Article
- Berlin
- Date
- 1911-05-01
- Page
- 283 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2316602-2316804-2316810-2344704--21542-2344768- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Korrespondenzen. 283 zuführen sind. Außerdem muß sich der unbefangene Leser sagen: Herr Generalarzt Körting erklärt, daß ein Mangel an Militärärzten besteht. Mag auch dieses Manko durch Zulassung jüdischer Uerzte zum SanitütsoffizierkorpS nicht beseitigt werden können, so würde es doch dadurch verringert werden. Warum greift man also nicht zu diesem Mittel und befördert jüdische Uerzte zu aktiven Sanitätsoffizieren? — Das Gerede von der Untüchtigkeit der Juden für den Heercsberuf erfährt dadurch eine besondere Zurückweisung, daß wiederholt Juden durch das Vertrauen ihrer christlichen Kameraden leitende Stellungen in den Kriegervereinen erhalten haben. Der jetzt in Berlin lebende Landgerichtsrat, Premierleutnant Borchert, war acht Jahre hindurch Verbandsführer des Oelser Kreis-Kriegerverbandes. Der in Bornstedt wohnende Stabsarzt der Landwehr, Dr. Goldmann, ist Begründer und Ehrenvorsitzender des Kriegervereins Hartwigswalde. , Wenn die ausgedienten Soldaten keinen Anstoß nehmen an dem Judentum von Männern, die sie freiwillig■ an die Spitze ihrer Vereine stellen, um wie viel weniger dürfte dies der Fall sein bei den aktiven Soldaten, die nach den Gesetzen ihren Vorgesetzten gegenüber zum Gehorsam verpflichtet sind. Die erwähnten Beispiele zeigen daher wieder einmal, wie haltlos die Behauptung ist, die Disziplin im Heere würde durch die Ernennung von Juden zu Vorgesetzten leiden. — Eine alte Heimstätte der Berliner Antisemiten, das sogenannte „Deutsche Wirtshaus", Friedrich st r. 210, mußte kürzlich von ihnen geräumt werden, weil das Eckhaus der Kochstraße und Friedrichstratze für den Bau der Nord-Südbahn gebraucht wurde. In der „Staatsbürger-Ztg." wurde über diesen Auszug ihrer Gesinnungsgenossen berichtet: „Gegründet zur Blütezeit der Berliner Bewegung von B o d e ck, dem Schwiegersohn A h l - wardts, wurde es später von Fritz Sommer weitergeführt, der die Leitung im Herbst des vergangenen Jahres seinem langjährigen Oberkellner Hermann Zimmermann übertrug. Biel Scherz und auch ernste Worte sind in seinen Räumen gesprochen und neben vaterländischen Sängen erklang manch lustiges Spottlied auf unsere hebräischen Mitbürger. In geringer Entfernung des alten Platzes in der